Von Rhede zum PröbstingSee

Blick über den PröbstingSee

Wir haben die Nacht auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz in Rhede verbracht. Am Morgen breche ich mit Doxi zu einer Wanderung zum zehn Kilometer entfernten PröbstingSee auf, der bereits auf dem Stadtgebiet von Borken liegt.

Wir laufen zunächst am Schloss Rhede vorbei und biegen dann in den großen Prinzenbusch ab, der früher zum Schloss gehörte. Im Wald geht es über mehrere Kilometer immer schnurstracks geradeaus in östlicher Richtung auf Borken zu. Am Bollenberg biegen wir schließlich nach Süden ab und laufen durch den Pröbstinger Busch. Kurz vor dem Erholungsgebiet Pröbsting treffen wir auf den Borkener Kletterwald und die Bocholter Aa.

Wir umrunden den schönen PröbstingerSee, der aus einem großen naturbelassenen (Sport-) See und einem kleineren Badesee besteht. Zahlreiche Wiesen, Spazierwege, ein Biergarten, ein Bootsverleih und ein großer Kinderspielplatz machen den See zu einem attraktiven Erholungsgebiet im Westen von Borken.

Nach einer kurzen Rast am Badesee brechen wir zu unserem Rückweg nach Rhede auf. Zunächst laufen wir an der Bocholter Aa südlich der ehemaligen Deponie am Bollenberg vorbei. Dann führt uns der Weg zur Bundesstraße von Borken nach Rhede.

Weil es dort keinen Schatten gibt, verlassen wir die Bundesstra0e nach zwei Kilometern wieder und laufen durch Fedflächen auf den Prinzenwald zu. Die letzten vier Kilometer der  20 Kilometer langen Tour legen wir dann auf dem gleichen Waldweg zurück, den wir auch schon auf dem Hinweg genommen hatten.  So erreichen wir nach rund viereinhalb Stunden wieder Rhede.

Ich wähle den Weg durch die Ortsmitte, denn dort gibt es einen großen Brunnen, an dem sich Doxi erst einmal so richtig satttrinkt. Und ich bekomme ein großes Stück Erdbeerkuchen aus der Stadtbäckerei. Das habe ich mir nach dieser langen Wanderung verdient 🙂

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Samstagsabends in Rhede

Die Gudulakirche

Unsere letzte Station an diesem ereignisreichen Tag ist Rhede, acht Kilometer von Bocholt entfernt. Auf dem Festplatz im Ortszentrum können Wohnmobile kostenlos stehen, wenn nicht gerade Kirmes ist.

Wie Bocholt gehört Rhede zum westlichen Münsterland, und grenzt im Norden an die niederländische Staatsgrenze. Durch den Ort fließt der Rheder Bach, der im Süden Rhedes in die Bocholter Aa mündet.

Das Stadtbild wird vom 78 meter hohen Turm der neugotischen Sankt-Gudula-Kirche geprägt, die 1901 eingeweiht wurde. Ebenfalls sehenswert, aber leider nicht öffentlich zugänglich, ist das Schloss Rhede von 1564. Das Wasserschloss im Stil der Renaissance wird heute noch von der Familie Salm Salm bewohnt.

Ich gönne mir einen kurzen Blick durch das schwere schmiedeeiserne Zufahrtstor, das die Sicht auf die Frontseite des Schlosses und einen Teil des umgebenden Parks ermöglicht. Näher kommt man an das schmucke Schlösschen leider nicht heran …

( MITI / )

Tour durch Bocholt

Das historische Rathaus von 1618 im Stil der Niederländischen Renaissanceam am Alter Markt von Bocholt

Wenn ich schon einmal in Bocholt bin, muss ich mir natürlich auch die Innenstadt anschauen. Da es für einen längeren Stadtspaziergang jetzt am Nachmittag zu warm ist, setze ich mich auf mein elektrisches Pferdchen und lasse mich gemütlich durch den Stadtkern chauffieren.

Bocholt ist die größte Stadt im Kreis Borken und nach Aachen die zweitgrößte deutsche Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze. Der Name wird traditionell als „Buchenholz“ gedeutet. Von Einheimischen wird die Stadt auf plattdeutsch „Bokelt“ genannt. Der Wahlspruch eingefleischter Bocholter lautet: „Nörgens bäter as in Bokelt“ (Nirgends besser als in Bocholt).

Die Industrialisierung begann Bocholt im Jahre 1852 mit der Aufstellung der ersten Dampfmaschine für eine Spinnerei. Bis zur Jahrhundertwende wurden mehr als 100 Textilfirmen gegründet, die der Stadt einen großen Bevölkerungszuwachs und einen gewissen Wohlstand brachten. Von den Früchten dieser Entwicklung ist heute nur noch wenig zu sehen, da die Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Luftangriffe zu 85% zerstört wurde.

Trotzdem fallen mir im Stadtbild einige repräsentative Gebäude auf: Das historische Rathaus am Markt, mehrere große Kirchen, der alte Wasserturm und das städtische Gymnasium gegenüber dem Amtsgericht. Da habe ich schon hässlichere Städte gesehen 🙂

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Im Textilmuseum Bocholt

Weithin sichtbar: Der Schornstein der ehemaligen Fabrikhallen, in dem heute das LWL-Textilmuseum untergebracht ist

Bei der Umrundung des Bocholter Aasees stoße ich auf das Textilmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, das auf einem ehemaligen Fabrikgelände am Nordrand des Sees untergebracht ist.

Die voll funktionstüchtige Museumsfabrik wurde im Jahre 1989 eröffnet. Sie dokumentiert die typischen Arbeitsabläufe in einem Textilbetrieb aus der Zeit zwischen 1900 und 1960.  Im Mittelpunkt der Dauerausstellung steht eine Sammlung von mehr als 30 Webstühlen aus 100 Jahren Industriegeschichte. Gezeigt wird der Weg vom Faden zum fertigen Textilprodukt.

Außerdem werden auf dem Gelände die weiteren Elemente einer typischen Textilfabrik präsentiert, darunter das Kesselhaus, das Maschinenhaus, Werkstätten, Büros, Lager, Pförtnerhaus, ein Eisenbahnanschluss, eine Werkfeuerwehr sowie ein Wohnhaus für Textilarbeiter mit zeittypischer Ausstattung und Selbstversorgungsgarten. Ich muss gestehen, ich stehe voll auf solche Ausstellungen. Sehr schön gemacht, finde ich.

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Am Bocholter Aasee

Wasserfontäne am nördlichen Seerand

Nach unserer langen Wanderung bei Isselburg sind wir am frühen Nachmittag nach Bocholt weiter gefahren. Der große Womo-Park dort grenzt an das Freizeitgebiet rund um den beliebten Aasee. Der künstlich angelegte See mit 32 ha Wasserfläche. lockt seit 1983 Badegäste, Segler, Surfer und Kanuten mit seiner ausgezeichneten Wasserqualität.

Überregional bekannt ist der See auch durch den seit 1987 jährlich stattfindenden Aasee-Triathlon. Darüber hinaus werden die angrenzenden Wiesen für zahlreiche weitere Veranstaltungen genutzt.

Mit dem Fahrrad drehe ich eine Runde um den See. Ich hatte erwartet, dass es dort an diesem heißen Samstag mitten im Sommer sehr voll sein würde. Doch das Gelände ist so groß, dass sich die vielen Besucher nicht zu sehr knubbeln. Gefällt mir sehr gut, dieser See, und das gesamte Areal drum herum. Hier müssen wir auf jeden Fall irgendwann noch einmal hinkommen.

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Rund um Isselburg

Die Bocholter Aa kurz vor Isselburg

Für heute habe ich mir eine längere Wanderung rund um Isselburg und Anholt vorgenommen. Das Gebiet liegt im westlichen Münsterland unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden.

Um den heißesten Stunden des Tages aus dem Wege zu gehen, sind wir früh am Morgen an unserem Übernachtungsplatz in Hochelten aufgebrochen und in das 25 km entfernte Anholt gefahren. Pünktlich um 9:00 Uhr ging es dann am Wasserschloss Anholt los.

Das prächtige Schloss im Stile des Niederländischen Barock hatte ich mit Doxi bereits vor einigen Monaten auf unserer Schlössertour durch das Münsterland besucht,. Deshalb haben wir dort heute nur kurz halt gemacht. Anschließend ging es zunächst durch den historischen Ortskern von Anholt und weiter zur kleinen Siedlung Regniet unmittelbar der Grenze zu den Niederlanden.

Kurz dahinter erreichen wir die Bocholter Aa, ein rund 50 km langer Nebenfluss der Issel, der aus dem Kreis Borken in den niederländischen Achterhoek fließt. Der nur schwach dahinströmende und mit vielen Seerosen bewachsene Fluß bildet in diesem Abschnitt die Grenze zu den Niederlanden .

Über mehrere Kilometer folgen wir dem Fluss in östlicher Richtung, bis wir beim Suderwicker Venn nach Süden in Richtung Isselburg abdrehen. Wir überqueren die Issel und laufen durch das historische Zentrum von Isselburg. Dahinter wenden wir uns in Richtung Anholt und stoßen bald auf die alte Klevsche Landwehr, einem spätmittelalterlichen Graben- und Wallsystem, das sich ursprünglich auf einer Länge von 40 km durch die Kreise Wesel und Borken zog.

Wir folgen der Klevschen Landwehr, die hier als Wassergraben den Platz des Golfclubs Wasserschloss Anholt durchschneidet. Ich genieße es immer wieder, durch die schön kultivierte Landschaft von Golfplätzen zu laufen. Herrlich ist das! Auch hier.

Nach knapp vier Stunden und 17 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt am Wasserschloss Anholt. Das war wirklich eine sehr reizvolle Wanderung, die den Charakter des Münsterlandes eindrucksvoll erlebbar gemacht hat. Kompliment an den Westfälischen Heimatbund e.V., der diese Tour zusammengestellt hat.

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Abendwanderung zum Hülzenberg

Das ehemalige Reichsstift St. Vitus auf dem Eltenberg

Unser Stellplatz auf dem Eltenberg liegt in einem schönen Waldgebiet, das sich auf niederländischer Seite fortsetzt. Der Wald wird durch die Autobahn A3 durchschnitten, die hier die Grenze zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden bildet.

Am Abend begebe ich mich mit Doxi auf eine zehn Kilometer lange Wanderung durch dieses Gebiet. Zunächst laufen wir zum ehemaligen Reichsstift St Vitus auf dem Eltenberg. Gleich hinter der großen Kirche öffnet sich ein toller Blick vom Eltenberg hinunter ins Rheintal mit Emmerich und der imposanten Rheinbrücke am Horizont.

Dann tauchen wir in das große Waldgebiet ein, das aus sich auf einer riesigen Sanddüne erhebt und von sandliebenden Kiefern und Farnen geprägt ist. Auf niederländischer Seite wird es von einem gut ausgebauten Netz von Fahrrad- und Wanderwegen durchzogen, mit dem 80 m hohen Hülzenberg als höchste Erhebung.

Mit Hilfe meines Wandernavis drehen wir eine schöne Schleife, ohne jedoch die Grenzen des Gebiets zu erreichen. Dafür müssten wir etwas mehr Zeit haben. Doch der Tag war schon lang und ich will nicht in die Dunkelheit kommen. Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit, hier etwas länger unterwegs zu sein.

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Tolkamer: Zwischen See, Kanal und Rhein

Womo-Stellplatz auf dem Rheindeich bei Tolkamer

Nach unserem Aufenthalt am Rhein radele ich mit Doxi im Anhänger weiter stromaufwärts in das wenige Kilometer entfernte Tolkamer. Die kleine niederländische Gemeinde ist reich gesegnet mit Wasserflächen: Auf der einen Seite der Rheinstrom mit einem Übernachtungshafen für Frachtschiffe, auf der andere Seite das Erholungs- und Wassersportrevier De Bijland.

Das gesamte Gebiet liegt auf einer früheren Schlinge der Waal, wie der Rhein in den Niederlanden genannt wird. Diese Schlinge wird seit 1776 durch einen künstlich geschaffenen, drei Kilometer langen Kanal überbrückt. Durch diesen Bijlands-Kanal wollten die Gelderländer die Schiffahrt auf dem Rhein/Waal vereinfachen und gleichzeitig ihre Region besser gegen Überschwemmungen schützen.

In Tolkamer gibt es mehrere interessante Womo-Stellplätze, dich ich mir bei dieser Gelegenheit für einen künftigen Aufenthalt anschaue: Einen Asphaltplatz direkt an der Rheinpromenade , einen etwas größeren naturnahen Stellplatz am Yachthafen De Bijland  und einen kleinen auf der Rasenfläche an einem Restaurant unmittelbar am Rhein. Der letztgenannte gefällt mir besonders gut. Den werde ich mir mal merken…

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Von Hochelten zum Rhein

Auf dem Rheindeich zwischen Emmerich und Tolkamer

Ein heißes Sommer-Wochenende steht bevor. Jutta ist mit ihren Freundinnen auf dem Parookaville-Festival bei Weeze und ich bin mit dem Wohnmobil und Doxi am nördlichen Niederrhein im Grenzgebiet zu den Niederlanden unterwegs.

Heute machen wir in Hochelten halt, das auf dem Eltenberg liegt und genau wie das darunter angesiedelte (Nieder-) Elten zu Emmerich gehört. Der Ort bildet den äußersten nordwestlichen Zipfel des Bundesgebiets und ist auf drei Seiten von niederländischem Staatsgebiet eingeschlossen.

Wir stehen auf dem kostenlosen und sehr schön gelegenen Womo-Stellplatz unweit der Kirche St. Vitus. Der ehemalige Reichsstift ist durch seine exponierte Lage auf dem Eltenberg eine weithin sichtbare Landmarke.

Gleich nach unserer Ankunft am Morgen baue ich Doxis Fahrradanhänger auf und radele mit ihr zum knapp vier Kilometer entfernten Rheindech, der sich zwischen Emmerich und dem niederländischen Tolkamer erstreckt. Wir suchen uns einen schönen Abschnitt am Fluss und machen es uns im Schatten eines Baumes gemütlich.

Über den Fluss weht ein kühlender Wind zu unser herüber, der durch die vorbeifahrenden Schiffe immer wieder angefacht wird. So lässt es sich auch in der Sommerhitze gut aushalten.

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Es ist wieder Kirmes in Düsseldorf

Blick von der Rhein-Knie-Brücke auf die Düssedorfer Kirmes

Morgens wandern, abends radfahren – unter diesem Motto waren wir heute zunächst bei Erkrath auf Schuster Rappen unterwegs, um am Abend mit dem Fahrrad zur Düsseldorfer Kirmes zu radeln.

Nach der Hitze des Nachmittags ist es kurz vor dem Sonnenuntergang richtig schön mild geworden. Auf der Kirmes ist entsprechend viel los. Die Menschen drängen durch das Gelände, die Stimmung ist heiter und gelöst.  So lasse ich mir einen Abend auf der Kirmes gefallen.

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Auf dem Bergbauwanderweg im Muttental

Ruine der Burg Hardenstein an der Ruhr bei Witten-Herbede

Immer wenn es im Sommer so richtig heiß wird, fühle ich mich draußen im kühlen Wald am besten aufgehoben. Für den heutigen Tag hatte ich deshalb eine Wanderung mit hohem Waldanteil heraus gesucht. Bei Witten-Herbede ging es südlich der Ruhr über eine verlängerte Variante des Bergbauwanderwegs Muttental. Der Weg wurde 1972 eröffnet und gilt als eine der schönsten Wanderstrecken im Ruhrgebiet.

Entlang des Wanderweges stoßen wir auf zahlreiche Zeugnisse aus mehr als fünf  Jahrhunderten Ruhrbergbau. Dazu zählen Stollen, Pingen, Fördergerüste, Halden, Verladeanlagen und mehr. Manche dieser Relikte sind im Gelände gar nicht so einfach zu erkennen. Die verschiedenen Stationen werden deshalb durch Infotafeln hervorgehoben und  erläutert.

Zu den Attraktionen des Wanderwegs zählen mehrere Stollenmundlöcher, ein Bethaus und das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall. Die schönen Waldabschnitte, Wiesen und der Muttenbach machen den Weg zu einem Naturerlebnis.

Ein Teil des Weges verläuft durchs Naturschutzgebiet Hardenstein mit der Burgruine Hardenstein direkt an der Wanderstrecke. Die Wasserburg wurde zwischen 1345 und 1354 erbaut und war bis ins 18. Jahrhundert bewohnt, bevor sie langsam verfiel.

Der Sage nach lebte zu Zeiten des Burgherren Neveling von Hardenstein ein unsichtbarer Zwergen-König namens Volmar auf der Burg. Man speiste, trank und feierte zusammen. Nachdem ein Küchenjunge Mehl gestreut hatte, um die Fußspuren des Zwergenkönigs sichtbar zu machen, tötete der Zwergenkönig den Jungen und belegte die Familie des Burgherren mit einem Fluch, bevor er für immer verschwand.

Unmittelbar hinter der Ruine fließt die Ruhr. Dort verbindet seit 2006 die Ruhrtalfähre Hardenstein als einzige Fähre im Radwegenetz des Ruhrtals die beiden Flußufer. Am selben Anleger verkehrt auch das Ausflugsschiff MS Schwalbe II der Stadtwerke Witten.

Unsere verlängerte Variante des Bergbauwanderwegs führt uns hinter der Hardenburg zur etwas entfernt liegenden Zeche Egbert, der letzten erhaltenen Kleinzeche des Ruhrgebietes. Nach vier Stunden und rund 14 Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt auf einem Waldparkplatz bei Herbede. In der prallen Sonne merke ich, wie schön kühl es im Wald tatsächlich war. Diese Tour hat sich wirklich gelohnt.

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Meppen: Zwischen Hase und Ems

Marktplatz von Meppen mit dem Alten Rathaus

Wir sind an unserem heutigen Tagesziel in Meppen angekommen. Mit dem Wohnmobil stehen wir auf dem Womo-Stellplatz am Emsbad schön unter Bäumen im Schatten. Nach unserer langen Wanderung zum Borkener Paradies am Vormittag packe ich Doxi ins Wohnmobil und mache mich mit dem Fahrrad auf eine Tour durch die schöne historische Innenstadt.

Meppen liegt im Zentrum des Emslandes an der Mündung der Hase in die Ems, rund 20 Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Etwa einen halben Kilometer vor ihrer Mündung in die Ems nimmt die Hase den Dortmund-Ems-Kanal auf, der südlich von Meppen in einem künstlich erstellten Gewässerbett verläuft.

Erste urkundliche Erwähnung fand Meppen im Jahre 834 in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Ludwig dem Frommen. 1360 wurde Meppen durch den Bischof Adolf von Münster das Recht zur Stadtbefestigung verliehen und somit das Stadtrecht. Bis 1660 wurde Meppen zur Festungsstadt ausgebaut. Der Mittelalterliche Ringwall, der die Kernstadt umfasst, ist heute als Radweg und Fußweg ausgebaut.

Mitten in der Innenstadt steht das 1408 erreichtete Rathaus am alten Marktplatz, an dem auch die moderne Haupteinfkaufsstraße beginnt. An den Marktplatz grenzen das alte Zeughaus und die zwischen 1726 und 1729 erbaute Residenz, heutiger Sitz der Verwaltung und des Rektorates des Windhorstgymnasiums. Nett ist das hier. Ein wenig historisch, ein wenig modern und alles schön nahe beieinander. Gefällt mir gut, dieses Meppen.

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Von Meppen ins Borkener Paradies

Hier geht’s zum Borkener Paradies

Von unserem Stellplatz am Emsbad in Meppen brechen wir am Vormittag zu einer 16 km langen Wanderung entlang der Ems und durch den Esterfelder Forst zum „Borkener Paradies“ auf. Das 30 ha große Naturschutzgebiet liegt nordwestlich von Meppen und hat nichts mit der gleichnamigen Stadt im Münsterland zu tun. Es wird von einem Altarm der Ems umgeben und stellt eine ehemalige Hutelandschaft für Rinder, Schafe und Schweine unter Schutz, die als Allmendeweide (gemeinschaftliches Eigentum) genutzt wurde.

Das Gebiet wird heute von Auwald-, Heide- und Weideflächen geprägt. Auf den sandigen und trockenen Böden stehen alte Eichen zwischen ausgehenden Flächen von Magerrasen.

In der Mitte des Gebietes befindet sich ein Weiher mit Verlandungszonen. Um den Heidecharakter der Landschaft zu erhalten, wird das Gebiet mit Kühen und Pferden beweidet. Man sieht den Rasenflächen an, dass es auch hier lange nicht mehr geregnet hat. Alles ganz schön vertrocknet.

Wir sind an diesem Vormittag alleine im Naturschutzgebiet unterwegs. Es ist wirklich unheimlich schön und idyllisch hier. Den Namen „Paradies“ hat sich dieser kleiner Flecken uralter Natur- und Kulturlandschaft wirklich verdient.  Aber auch der Rest des Weges entlang der Ems und durch den Wald macht bei diesem bei herrlichem Sommerwetter richtig Spaß. Eine ganz tolle Tour!

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Schloss Clemenswerth

Schloss Clemenswerth

Von Cloppenberg machen wir uns früh am Morgen auf den Weg in Richtung Meppen. Auf halber Strecke steuern wir zunächst das Schloss Clemenswerth in Sögel an. Die sehenswerte Anlage gehört zu den Hauptwerken des westfälisch geprägten Barock und wurde zwischen 1737 und 1747 für Clemens August I. von Bayern als Jagdsitz errichtet. Sie besteht aus einem zentralen Hauptschloss, das von acht Pavillons umgeben wird.

Die Gesamtanlage des Jagdwalds hat aus der Luft betrachtet die Form einer Glocke. Die Spitze ist auf die Gemeinde Sögel gerichtet, am gegenüberliegenden Ende befinden sich drei durch Gräben verbundene Teiche.

Das eigentliche Schloss ist ein zentraler, achteckiger Pavillon mit einem nahezu kreuzförmigen Grundriss. Es beherbergt die Gesellschaftssäle, wobei vier Arme mit Kabinetten und dem Treppenhaus aus dem Grundkörper hinaus ragen.

Die Innenausstattung und der Bauschmuck an dem aus Backstein errichteten Bauwerk nimmt Bezug auf das Thema der Jagd. Die Fenster sind so angeordnet, dass sie in die acht Sichtschneisen der Außenanlage hinausführen.

Wir haben schon viele Schlösser im Münsterland und im Emsland besucht, aber eine derartige Anlage mit dieser Symmetrie und Betonung von Repräsentation und Jagd haben wir noch nirgendwo gesehen. Wirklich etwas ganz Besonderes!

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Stadtspaziergang durch Cloppenburg

Das Amtsgericht Cloppenburg

Nach unserem Besuch im Niedersächsischen Freilichtmuseum laufe ich mit Doxi ins Zentrum von Cloppenburg. Ich bin auf der Suche nach sehenswerten historischen Gebäuden, werde aber nicht so richtig fündig. Die Kreisstadt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Oldenburg verfügt zwar über eine große Einkaufsstraße, auf der viele bekannte Marken und Warenhäuser vertreten sind, einen historischen Ortskern oder eine Altstadt gibt es jedoch nicht.

Als einziges prächtiges und historisches Gebäude begegnet mir das 1909 errichtete Amtsgericht auf dem Gelände der früheren Cloppenburg, Die Burg ging auf einen Hof zurück, den Graf Otto III. von Tecklenburg um 1297 errichten ließ. Im Jahr 1400 kam die Anlage in den Besitz des Bischofs Otto von Münster, der die Burg ausbauen und erweitern ließ. Doch im Jahre 1716 suchte ein großer Stadtbrand Cloppenburg heim, bei dem auch die Burg unterging.

Eine ausgesprochene architektonische Perle ist Cloppenburg also nicht. Vielleicht ist der Wohnmobil-Stellplatz am Freilichtmuseum auch deshalb kostenlos. Aber zumindest das Freilichtmuseum ist absolut sehenswert.

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