Wesel: Auesee und Diersfordter Wald

Still liegt der Auesee da

Ein grauer und nasskalter Januar-Tag in Nordrhein-Westfalen. Trotzdem brechen wir zu einer Wanderung auf. Unser Ziel ist der Auesee bei Wesel, einer der saubersten Seen Nordrhein-Westfalens und im Sommer ein beliebtes Bade- und Wassersportrevier. Doch um diese Jahreszeit sind war fast allein am Ufer unterwegs.

Der See liegt nordwestlich der Innenstadt von Wesel und wird im Süden und Westen vom Rhein begrenzt, der gerade Hochwasser führt. Vom Deich zwischen dem Rhein und dem Auesee hat man einen imposanten Blick auf die großen überfluteten Flächen in den Rheinauen. Tausende von Wasservögel sind hier unterwegs und erzeugen eine enorme Geräuschkulisse. Ständig kommen und gehen größere und kleinere Schwärme von Wildgänsen.

Vom Ostrand des Sees folgen wir dem Uferweg in westlicher Richtung. Am Seeende steuern wir auf den Ort Flüren zu und durchqueren ihn. Dahinter beginnt der Diersfordter Wald, in dem wir auf naturnahen Wegen eine große Schleife drehen.

Besonders reizvoll ist die Umgebung des “Schwarzen Wassers“, einem nährstoffarmen Heidesee mitten im Wald. Als wir wieder aus dem Wald heraustreten, erreichen wir kurz darauf den Rheindeich am riesigen Campingplatz der „Grav-Insel“ am Flürener Altrhein. Wir laufen auf dem Deich zurück zu unserem Startplatz am Auesee, den wir nach knapp vier Stunden und 16 Wanderkilometern wieder erreichen.

Kurz vor dem Ziel fällt mein Blick auf den Ultraleicht-Flugplatz Römerwardt am Rande der Weseler-Innenstadt. Hier bin ich im Rahmen meiner Pilotenausbildung mehrmals gelandet. Schon damals war mir beim Anflug der riesige Campingplatz zwischen dem Rhein und dem Auesee aufgefallen. Nun habe ich das alles einmal vom Boden aus gesehen. Sehr schön.

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In der Abtei Rolduc

Innenhof des Klosters mit dem Westwerk der Abteikirche

Bei unserer Wanderung rund um Kerkrade besuchen wir auch die ehemalige Abtei Rolduc, den größten erhaltenen Klosterkomplex der Niederlande. Er steht oberhalb des Wurmtales unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Kerkrade und Herzogenrath.

Das Kloster wurde 1104 vom Chorherren Ailbert von Antoing gestiftet. Es wurde eine Abtei der Augustiner. Der Name Rolduc leitet sich aus der französischen Bezeichnung für Herzogenrath („Rode-le-Duc“) ab. Der deutsche Name des Klosters ist Klosterrath.

1136 erhielt Rolduc die weltliche Schirmherrschaft der Herzöge von Limburg. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden einige der Herzöge wurden in der Krypta der Abteikirche beigesetzt.

Bereits mit dem Bau des Klosters wurde zu dessen Schutz wenige hundert Meter östlich in Herzogenrath die Burg Rode errichtet. Seit dem Wiener Kongress im Jahr 1815 liegen Kloster und Burg in zwei verschiedenen Ländern. Dazwischen verläuft die Grenze zwischen Deutschland (seinerzeit Preußen) und den Niederlanden.

Heute wird der größte Teil des Komplexes als Hotel und Kongresszentrum genutzt. Ein kleinerer Teil dient immer noch als katholisches Priesterseminar („Groot-Seminarie“) des Bistums Roermond. Eine wirklich beeindruckende Anlage.

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Rund um Kerkrade

Wasserschloss Ehrenstein in Kerkrade

Heute haben wir eine sehr interessante Wanderung im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Nähe von Aachen unternommen. Wir starten auf deutscher Seite am Ortsrand von Merkstein, einem Stadtteil von Herzogenrath. Nach wenigen hundert Metern überqueren wir auf einer kleinen Brücke die Wurm und sind schwups in den Niederlanden, denn der Fluss bildet hier auf mehreren Kilometern die Grenze.

Wir verlassen sogleich das Wurmtal und steigen am Rande des Berenbos-Waldes die Hügel in Richtung Kerkrade hinauf. Im Rückblick auf die deutsche Seite heben sich markant die Berghalden Noppenberg und Nordstein zwischen Alsdorf und Herzogenrath aus der Landschaft ab.

Auch für Kerkrade spielte der unterirdische Steinkohlenbergbau lange eine wichtige Rolle. Neben Heerlen bildete die Stadt das Zentrum des Bergbaus in den Niederlanden, bis dieser Anfang der 1970er Jahre vollständig eingestellt wurde, was eine schwere Strukturkrise in der Region auslöste.

Von der Kammhöhe blicken wir nun auf den Ortsrand von Kerkrade. Zu unserer linken ist der Kirchturm der ehemaligen Abtei Rolduc zu sehen. Wir laufen in das Zentrum von Kerkrade und wundern uns über die vielen liebevoll dekorierten Wohnzimmerfenster mit Karnevalsmotiven. Offensichtlich spielt die fünfte Jahreszeit hier eine große Rolle.

Durch den schönen Stadtpark geht es parallel zum „Konigingsweg“ hinunter in das Tal des Amstelbaches („Anstelerbeek“) in Richtung des hübschen Wasserschlosses Ehrenstein („Kasteel Erenstein „). Umgeben von einer Parklandschaft bildet das Schloss den südlichen Teil der so genannten „grünen Lunge“ von Kerkrade.

Der Name Erenstein geht zurück auf den Familiennamen des rheinischen Rittergeschlechtes „van Ederen“, welches aus dem gleichnamigen Ort im damaligen Herzogtum Jülich stammte. Die Burg wurde um 1340 als Wachburg am bedeutenden Handelsweg zwischen Köln und den flandrischen Städten Gent und Brügge errichtet. Heute sind in der Burg ein Vier-Sterne-Hotel und ein Restaurant untergebracht.

Wir folgen weiter dem Amstelbach in nördlicher Richtung bis zum „Cranenweyer“, überqueren den See und laufen hinauf zum Kaffeberg. Weiter geht es in das Naturschutzgebiet „Carisborg“ und anschließend wieder zurück in das Wurmtal. Auf einer kleinen Brücke überqueren wir die Wurm und befinden uns damit wieder in Deutschland. Jetzt sind es nur noch zwei Kilometer entlang der Wurm, bis wir nach drei Stunden und 13 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt erreichen.

So viel Grün in einer eigentlich dicht besiedelten Region – das war wirklich eine tolle Streckenführung. Vielen Dank an den Autor Engelbert Bos für die Bereitstellung dieser schönen Wanderung.

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An der Wupper bei Leichlingen

Die Wupper in Leichlingen

Unsere erste 20-Kilometer-Wanderung im neuen Jahr führt uns entlang der unteren Wupper und des Murbaches durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wiesen, Feldern und Wäldern. Wir starten in Leichlingen und laufen in nördlicher Richtung stromaufwärts entlang der Wupper. Am gegenüberliegenden Ufer fällt unser Blick auf Schloss Eicherhof und den schönen Eicherhofpark.

Kurz darauf erreichen wir den an der Wupper gelegenen Müllerhof, eine große Hofschaft und mittelalterlicher Rittersitz, der seit dreißig Jahren von einem Düsseldorfer Schreinermeister zu seinem „Traumhaus“ umgebaut wird, ohne jemals fertig zu werden. Antiker Palast und Schweinestall, Fachwerk-Romantik und Barock-Schlösschen, Sägewerk und Ritterburg – ein architektonisches Durcheinander wie im Disneyland prägt das Mammutprojekt.

Bei Gut Nesselrath überqueren wir die Wupper und laufen in Richtung des hübschen kleinen Dorfes Leysiefen. Auf der gegenüberliegenden Flussseite passieren wir die alte Schleiferei Wipperkotten, wo die Wupper an einem Wehr einen halben Meter in die Tiefe stürzt. Das um 1600 als Schleifkotten erbaute Gebäude ist der letzte Doppelkotten von ehemals 26 seiner Art an der unteren Wupper.

Nun beginnt unser Aufstieg aus dem Tal der Wupper auf die Wupperhöhen. Bei der Ortschaft Rödel geht es ein Stück weit hinunter ins Tal und dann gleich wieder hinauf durch schönen Wald entlang des St. Heriberter Baches. Wir steigen durch das Welterbachtal hinab und stoßen beim Haus Diepental auf die Diepental Talsperre. Der See kommt mir so bekannt vor, und tatsächlich: Hier waren wir schon einmal auf unserer Wanderung entlang des Obstwanderweges ab Leverkusen.

Die Diepental Talsperre wird vom Murbach gespeist, dem wir nun in Richtung Leichlingen folgen. Hinter der Wietschen Mühle verlassen wir das Murbachtal und laufen weiter nach Leichlingen, das wir nach etwas mehr als vier Stunden und 20 Wanderkilometern wieder erreichen. Waren wir doch ganz schön zügig unterwegs heute.

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An der Maas bei Cuijk

Blick hinüber nach Cuijk

Wir suchten die Sonne und fanden sie nordwestlich von Kleve gleich hinter der Grenze zu den Niederlanden. Bei eiskaltem Ostwind starten wir am Wanderparkplatz „De Katerbosch“ bei Mookerplas, einem wasserreichen Naherholungsgebiet, das von der Maas abzweigt. Hier gibt es mehrere Marinas, Campingplätze direkt am Wasser und einen langen Sandstrand, der im Sommer zum Baden einlädt.

Unter einem strahlend blauen Himmel laufen wir durch Feldflächen auf die Maas zu. Dort überwintern derzeit viele Wildgänse, die sich unter großem Geschrei in die Luft erheben. Am anderen Ufer blicken wir auf Wasserseite von Cuijk mit ihrer markanten und weithin sichtbaren Sankt-Marinus-Kirche (Sint Martinuskerk). Über mehrere Kilometer folgen wir dem Lauf der Maas nordwärts.

Kurz vor dem Ort Mook drehen wir nach Süden ab und folgen dem Mookkanal  in Richtung der Mookerplas zurück zu unserem Startpunkt. Im Gegenwind wird mir ganz schön kalt, doch ich genieße die Sonne. Zu lange schon hat sie sich bei uns nicht mehr gezeigt.

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In der Mookerheide

Freilaufende Galloway-Rinder am Wegesrand in der Mookerheide

Nach unserer Wanderung an der Maas bei Cuijk drehen wir noch eine Runde durch die angrenzende Mookerheide. Das hügelige Gelände erhebt sich östlich der Maas über die flache Landschaft, so dass sich ein toller Blick hinunter nach Cuijk und die Wasserflächen bei Plasmolen ergibt.

Wo heute freilaufende Galloway-Rinder friedlich in der Heide weiden, fand im Jahre 1574 eine bedeutende Schlacht des Achtzigjährigen Krieges statt. In den von 1568 bis 1648 dauernden Auseinandersetzungen erkämpfte die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone.

Die Schlacht in der Mookerheide stand dabei noch am Anfang des Krieges und ging zugunsten der Spanier aus. Auf Seiten der calvinistischen Niederländer verloren rund 3000 Soldaten und die beiden Kommandeure Ludwig und Heinrich von Nassau ihr Leben. Auf Seiten der katholischen Spanier waren hingegen nur 150 Tote zu beklagen.

Am Rand der Mooker Heide steht noch heute eine Marienkapelle, die an das Ereignis erinnert. Eine katholisch-geprägte Legende berichtet, dass nach der Schlacht viele Lichter auf der Mooker Heide umhergewandert seien. Es seien die Seelen der Toten gewesen, die keine Ruhe finden konnten. Erst nach dem Bau dieser Kapelle seien die Lichter verschwunden.

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Hochwasser an der Erft

Die Erft bei Neuss-Weckhoven

Heute mal wieder eine Wanderung in unserer Heimatregion, quasi vor der Haustür. Wir sind in den südlichen Stadtteilen von Neuss an der Erft unterwegs. Unsere Wanderung beginnt an der Bezirkssportanlage in Neuss-Weckhoven. Schon nach wenigen hundert Metern erreichen wir die Erft, die derzeit Hochwasser führt. Braun scheint im Moment die Farbe der Saison zu sein: Schlammig braun ist Fluss, matschig braun die Uferwege und erdbraun die frisch umgepflügten Felder am Flussrand. Nur gut, dass wenigstens der Himmel dunkelgrau ist 😉

Wir laufen in westlicher Richtung fast fünf Kilometer an der Erft entlang, großtenteils über vollkommen aufgeweichte Trampelpfade. Am Ortsrand von Weckhoven passieren wir das Brata-Werk, das aus einer ehemaligen Erft-Mühle hervorgegangen ist – heute Marktführer bei der Produktion von Semmelbröseln. Zwei Kilometer weiter erreichen wir Eppinghoven mit der alten Eppinghover-Mühle und dem ehemaligen Kloster der Zisterzienserinnen, das 1214 gegründet wurde und bis 1802 bestand.

Weiter geht es auf ehemaligen Treidelpfaden entlang der Erft. Wir passieren den „strategischen Bahndamm“, eine für militärische Zwecke geplante, aber niemals fertiggestellte Eisenbahnstrecke aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Gegenüber erstreckt sich das Gelände des Museums Insel Hombroich mit seinen frei stehenden Ausstellungspavillons, in einer renaturierten Park- und Auenlandschaft am Nordufer der Erft. In Anlehnung an Paul Cézanne steht das Museum unter dem Motto „Kunst parallel zur Natur“.

Kurz hinter der Musuem Insel Hombroich verlassen wir die Erft und beginnen unseren Rückweg durch offenes Gelände zwischen winterlich braunen Feldflächen. Nach rund zweieinhalb Stunden und elf Wanderkilometern erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt. Das war heute kein so guter Tag zum Wandern auf dieser eigentlich sehr reizvollen Strecke. Müssen wir vielleicht im Frühjahr noch einmal wiederkommen, wenn die Farbe der Saison auf Grün umgeschaltet hat. Dauert leider noch ein wenig …

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Wasserreiches Gelpe- und Saalbachtal

Blick von der Staumauer der Ronsdorfer Talsperre hinunter ins Saalbachtal

Das neue Jahr startet gleich mit einer feinen Wanderung – auch wenn das Wetter nicht so einladend ist. Wir sind im schönen Gelpe- und Saalbachtal zwischen den Städten Wuppertal und Remscheid unterwegs.

Unsere Wanderung beginnt am Rande von Ronsdorf. Vom Wanderparkplatz steigen wir zur Ronsdorfer Talsperre hinab, einer der kleinsten Talsperren im Bergischen Land. Sie diente früher der Trinkwasserversorgung der eigenständigen Stadt Ronsdorf, heute ein Stadtteil von Wuppertal. Seit 1899 wird dazu der Saalbach aufgestaut, der unterhalb der Staumauer weiter in das schöne Saalbachtal fließt. Das umgebende Waldgebiet nennt sich „Im Saalscheid“ und bildet eines der beliebtesten Naherholungsgebiete von Wuppertal.

Wir folgen dem Saalbach durch das Tal und begegnen dabei immer wieder Teichen („Siepen“), in denen früher das Wasser für den Betrieb von Schleifkotten und Hämmern aufgestaut wurde. Wie an einer Perlenkette reihten sich diese Anlagen seit dem späten Mittelalter im Tal aneinander. Einige davon wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu kleinen Fabrikanlagen mit großen Werkhallen und hohen Schornsteinen („Essen“)  ausgebaut. Heute ist davon kaum mehr etwas zu sehen.

Wir folgen dem Saalbach bis ins Zillertal, wo der Saalbach und der Gelpebach zusammenfließen. Kurz darauf münden die beiden Gewässer in den Morsbach, einem der größten Zuflüsse der Wupper. Hier im Zillertal haben wir den tiefsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Von nun an geht es ständig aufwärts dem Gelpebach folgend durch das Gelpetal.

Auch dabei begegnen wir wieder zahlreichen Siepen, die früher von der Betrieb von Schleifkotten und Hämmern genutzt wurden. Die Arbeit in diesen Werkstätten war hart und durch den Schleifstaub auf Dauer äußerst gefährlich für die Lungen. Nur wenige Arbeiter erlebten zu dieser Zeit ihr fünfzigstes Lebensjahr.

Am Ende des Geleptals erreichen wir bei der Friedrichshöhe den nördlichsten Punkt unserer Wanderung. Nun drehen wir in südöstlicher Richtung ab.  Wir laufen auf Ronsdorf zu und am Ortsrand entlang zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach elf Wanderkilometern nach knapp drei Stunden wieder erreichen.

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Rückschau auf das Jahr 2017

Doxi im Regenbogen bei einer Moselwanderung nahe Cochem

Oh, man, wirklich schon wieder ein Lebensjahr vorüber? Aber ein schönes! Wir waren erneut viel mit den Hunden unterwegs. Sogar mehr als jemals zuvor. Fast 2400 Kilometer sind wir gewandert, so viel, dass uns langsam die Wanderziele in unserer Region ausgehen. Müssen wir wohl demnächst wieder von vorne beginnen 🙂

Wir sind 400 Kilometer gejoggt, haben 75 Tage im Wohnmobil verbracht, einhundert Mal Yoga praktiziert und 270 neue Blogeinträge mit vielen schönen Fotos verfasst. Man könnte sagen: Das Jahr hat sich gelohnt.

Leider ist auch wieder ein Hund aus unserer Zucht gestorben, unmittelbar vor ihrem zwölften Geburtstag. Leb wohl, feine Amelie, wir hoffen, du bist jetzt im Hundehimmel.

Hier eine Übersicht unserer schönsten Womo-Touren:

  • März: Westerwald
  • April: Ostwestfalen / Eifel
  • Mai: Südholland / Berg. Land
  • Juni: Hohenlohe / Kurhessen
  • August: Ostfriesland
  • September: Kehl / Straßburg

Alle Reiseberichte von unseren Womo-Touren mit vielen schönen Bildern gibt es hier. Und eine Übersicht unserer schönsten Wanderungen findet Ihr hier.

Doxi am Elfenmaar

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Rund um den Innenhafen Duisburg

Der fünfgliedrige Bürokomplex “Five Boats” im Innenhafen Duisburg vor der Marina

Nach unserer Wanderung an der Halde Rheinpreussen fahren wir 15 Kilometer weiter in östlicher Richtung bis zum Innenhafen von Duisburg und drehen dort an historischer Stelle eine kleine Runde. Seit dem Beginn der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert war der Innenhafen für mehr als einhundert Jahre der zentrale Hafen- und Handelsplatz der Ruhrgebietsstadt. Nur wenige hundert Meter nördlich fließt die Ruhr vorbei, um kurz darauf in den Rhein zu münden.

Seit Mitte der 1960er Jahre verlor der Innenhafen zunehmend an Bedeutung und lag 20 Jahre nahezu brach, bis das Areal ab dem Ende der 1980er Jahre neu entwickelt wurde. Heute gilt der Innenhafen Duisburg als Musterbeispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet mit zahlreichen beeindruckenden Bauten u.a. vom britischen Stararchitekten Lord Norman Foster.

Nicht weit entfernt steht das historische Rathaus von Duisburg am alten Marktplatz, an den sich mit der Königstraße die Haupteinkaufsstraße von Duisburg anschließt. Direkt am heutigen Innenhafen floss viele Jahrhunderte der Rhein vorbei und bildete bis ins 5. Jahrhundert n.Chr. die Grenze zum römischen Reich.

Im frühen Mittelalter befand sich an dieser Stelle ein fränkischer Königshof. Später entstanden dort die alte Duisburger Stadtkirche, die Salvatorkirche, der Burgplatz, die Duisburger Markthalle und die Stadtmauer, die im Bereich des Innenhafens noch heute teilweise erhalten ist.

Etwa im Jahre 1000 n.Chr. verlagerte der Rhein sein Bett westwärts. Die Stadt lag dadurch nicht mehr unmittelbar am Rhein, war jedoch noch für mehrere hundert Jahre über einen schiffbaren toten Rheinarm mit dem Fluss verbunden. Danach wurde aus der ehemals sehr bedeutenden Handelsstadt ein kleines Ackerbürgerstädtchen.

Erst im 19. Jahrhundert war eine Initiative zur Wiederbelebung der Verbindung zum Rhein erfolgreich. Zunächst wurde der Außenhafen vom westlich gelegenen Rhein bis zur heutigen Marientorbrücke gegraben, anschließend wurde die östliche Erweiterung gebaut, der Innenhafen.

Nach dem Ende der fast einhundertjährigen industriellen Nutzung hat sich das Areal in den letzten 25 Jahren zu einem Ort entwickelt, der Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit am Wasser erfolgreich verbindet. Schön, das endlich einmal gesehen zu haben.

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Auf der Halde Rheinpreussen

Die Leuchte auf der Spitze der Halde Rheinpreussen bei Duisburg

Endlich wieder wandern! Nach fast einer Wache mit zahlreichen Weihnachtsfeierlichkeiten und einer großer Weihnachtsparty bei uns zu Hause geht es wieder hinaus in die Natur. Und wir haben sogar schönes Wetter. Wenn auch nur für ein paar Stunden.

Unser Ziel heute ist die Halde Rheinpreussen bei Duisburg mit einem weithin sichtbaren Leuchtturm als Landmarke auf ihrer Spitze. Schon oft habe ich dieses merkwürdige rotleuchtende Objekt von der nahegelegenen Autobahn A42 aus gesehen und mich gefragt, was das wohl ist.

Es handelt sich um den stilisierten Nachbau einer Grubenlampe mit dem Titel „Das Geleucht“, geschaffen vom Künstler Otto Piene, einem der Wegbereiter moderner Lichtkunst. Das Objekt wurde im Jahre 2007 eingeweiht. Seitdem tauchen 35 Leuchtmasten einen Teil der Halde allabendlich in rotes Licht.

Wir parken am Fuß der 74 Meter hohen Halde, die aus dem Abraum der nahen Zeche Rheinpreussen aufgeschüttet wurde. Rheinpreussen war das erste linksrheinische Bergwerk im Ruhrgebiet. Es erstreckte sich auf einer Fläche von rund 90 km² zwischen Duisburg-Homberg und Moers-Rheinkamp und förderte ab dem Jahre 1877 Steinkohle zunächst aus einer Tiefe von rund 130 Metern.

Die Zeche war bis Ende der 1970er Jahre in Betrieb und hatte auf dem Höhepunkt der Förderung Mitte der 1960er Jahre eine Förderleistung von mehr als  vier Millionen Tonnen Steinkohle jährlich bei fast zehntausend Beschäftigten. Nach der Zechenstilllegung wurde die zugehörige Halde als eine der ersten Halden im Ruhrgebiet begrünt.

Auf der Haldenspitze am Geleucht erwartet uns ein fantastischer Panoramablick hinüber nach Duisburg und in das Ruhrgebiet. Wir blicken auf den Rhein und die Mündung der Ruhr, auf die großen Stahlwerke in Duisburg und mehrere Kraftwerke im nördlichen Ruhrgebiet. Von hier sieht man ganz deutlich, wie grün das Ruhrgebiet tatsächlich ist.

Nach dem Abstieg von der Halde umrunden wir den angrenzenden Waldsee mit seinem schönen Uferpfad. Viele Hundehalter sind hier unterwegs und Doxi hat mächtig Spaß dabei, mit einigen ihrer Artgenossen herum zu tollen. Es macht richtig Freude, den Hunden dabei zuzuschauen.

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Im Reichswald Kleve

Sichtachse vom Reichswald über den Tiergarten hinweg in die flache Landschaft des Niederrheins

Puh, ist das ein grauer Tag. Ein Blick auf das Wolkenradar zeigt, dass heute ganz NRW unter einer dicken Wolkendecke und im Nebel liegt. Nur ein ganz kleiner Zipfel am nördlichen Niederrhein bei Kleve soll ab Mittag von den Niederlanden her etwas Sonne abbekommen. Also fahren wird genau dorthin und werden nicht enttäuscht. Denn bis wenige Kilometer vor Kleve herrscht auf den Straßen dichter Nebel – doch dann sind wir plötzlich in der Sonne. Wunderbar!

Ich habe eine 18 Km lange Wanderung durch den Reichswald herausgesucht, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet des Niederrheins, der auch den größten öffentlichen Staatsforst in Nordrhein-Westfalen bildet. Es handelt sich um ein geschlossenes Laubmischwaldgebiet, das überwiegend von seinem Rotbuchen-Bestand dominiert wird und größtenteils unter Naturschutz steht.

Wir starten in der Nähe des Tierparks Kleve und laufen sogleich in den Wald hinein, wobei wir erst einmal ein gutes Stück aufsteigen müssen, denn der Reichswald liegt auf dem Niederrheinischen Höhenzug, der einst von eiszeitlichen Gletschern aufgeschoben worden war. Zahlreiche Erhebungen prägen das Landschaftsbild, viele davon mit Höhen von mehr 50 Metern. Im Westen geht der Reichswald in Waldgebiete der Provinz Gelderland in den Niederlanden über.

Wir laufen zunächst am Waldrand entlang und erreichen bald das große Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges von 1871. Es steht in der Verlängerung der Sichtachse des Prinz-Moritz-Kanals, der unterhalb des Waldes zwischen dem Tiergarten Kleve und dem Festgarten verläuft, So ergibt sich ein wunderbarer Blick in die flache Landschaft.

Dahinter passieren wir einige vorzeitliche Hügelgräber aus keltischer Zeit und laufen bald tiefer in den Wald hinein. An einer sternförmigen Kreuzung von fünf Waldwegen erreichen wir ein Feld von Steinmännchen, Diese kleinen Auftürmungen von Steinen begegnen uns auf Wanderungen immer wieder, doch in solcher Pracht habe ich es noch nirgendwo erlebt. In zwei Gruppen stehen links und rechts des Weges bestimmt einhundert Steinmännchen ganz akkurat aufgeschichtet nahe beieinander. Ein wunderbarer Anblick mitten im Wald.

Wir passieren den Spielberg und kommen bald an einem Ehrenfriedhof für deutsche Gefallene des Zweiten Weltkriegs vorbei.  Hinter dem Vossberg erreichen wir den Waldlehrpfad an den „Sieben Quellen“. Dahinter geht es mehrere Kilometer auf schmaler werdenden Pfaden durch den Wald immer geradeaus. Wir umrunden den Stoppelberg und kommen am Neun-Uhren-Berg durch zwei schmale Lichtungen, die offensichtlich für die Jagd geschaffen wurden.

Nun treten wir langsam unseren Rückweg an. Wir laufen durch den Mönchenwald und drehen anschließend in Richtung des Maselbergs ab. Dahinter durchqueren wir eine offene Heidefläche, die früher als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Wir passieren die Donsbrügger Heide hinter dem eingangs erwähnten Ehrenfriedhof und erreichen zwei Kilometer weiter den Sterneberg, eine künstliche Aufschüttung, in der zahlreiche Sichtachsen durch den Wald sternförmig zusammenlaufen.

Nun sind es nur noch tausend Meter bis zu unserem Startpunkt am Waldrand, den wir nach rund viereinhalb Stunden wieder erreichen. Das war wirklich eine lange und sehr schöne Wanderung. Dennoch haben wir höchstens ein Viertel des Reichswaldes durchquert. Da müssen wir auf jeden Fall in Zukunft noch einmal wiederkommen.

[Update vom 19.12.2017: Durch Recherche habe ich herausgefunden, wer die Steinmännchen errichtet hat und sich um ihren Erhalt kümmert. Es ist der Kunstmaler und Buddhist Markus Gern aus Donsbrüggen. Jeden Tag schaut er mit seinem Hund bei den Steinmännchen vorbei und baut oder repariert. Vielen Dank für dieses tolle Naturkunstwerk! ]

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An der Maas bei Arcen

Nach den vielen Regenfällen der letzten Zeit führt die Maas Hochwasser

Hurra, endlich mal wieder Sonne! Nach zwei Wochen Dauergrau zwischen Regen und Schneefall kehren heute die Farben zurück. Wir sind auf einer schönen Wanderung am nördlichen Niederrhein unterwegs, starten am Freizeitzentrum in Walbeck. Durch Laubwald geht es Richtung Westen, wo wir nach etwas mehr als einem Kilometer unbemerkt die Grenze zu den Niederlanden überschreiten. Das fällt erst auf, als es auf dem Straßenschild plötzlich heißt: „Grensweg / Rode Dijk“.

Wir laufen durch die Dorperheide, einem Mosaik aus Seen und Wald, das durch die Sand- und Kiesgewinnung entstanden ist. Viele Wasservögel sind hier beheimatet, aber auch Wildpferde, die wir in einiger Entfernung beim Grasen beobachten können.

Wir kommen durch ein Villengebiet am Rande von Bad Arcen unmittelbar hinter dem Ferienpark „Klein Vink“. Nach der Überquerung der niederländischen Bundesstraße N271 führt unser Weg durch ein landwirtschaftlich geprägtes Gebiet direkt auf die Maas zu. Nach den vielen Regenfällen der letzten Zeit trägt der Fluss zur Zeit Hochwasser. Die Bäume am Flußufer bekommen bereits feuchte Füße.

In Richtung Süden laufen wir an der Maas entlang und durchqueren das alte Ortszentrum von Arcen mit schönen Häusern rund um den Marktplatz und das historische Rathaus. Bald kommen wir am Schloss Arcen mit seinen Schlossgärten vorbei – beides jetzt im Winter leider geschlossen.

Dahinter erstreckt sich das Waldgebiet „Leeremarkse Heide“, das bereits zum Nationalpark Massduinen gehört. Der Wald ist durch Kiefern geprägt, die den sandigen Untergrund lieben. Wir laufen in östlicher Richtung durch den Wald zurück in Richtung Grenze. Noch auf niederländischer Seite kommen wir an Feldern vorbei, auf denen Schnittlauch angebaut und gerade geerntet wird. Das riecht so intensiv! Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich hätte ein leckeres Matjesbrötchen unter der Nase und bekomme gleich mächtig Appetit.

Dahinter befindet sich mitten im Wald unmittelbar an der Grenze ein Campingpark, der von auffallend vielen Polen frequentiert wird. Ich vermute, es handelt sich um Landarbeiter, die auf beiden Seiten der Grenze in der Landwirtschaft tätig sind.

Dann geht es bereits auf deutscher Seite noch einen Kilometer durch den Wald, bis wir nach dreieinhalb Stunden und 15 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt erreichen. Wie schön, das wir mal wieder etwas Sonne tanken konnten.

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Littardkuhlen – Schaephuyser Höhen

Schloss Bloemersheim im Staatsforst Rheurdt/Littard

Heute waren wir bei plus 2 Grad Celsius im schönsten Schneematsch am nördlichen Niederrhein westlich von Neukirchen-Vluyn unterwegs. Auf dem ersten Stück der 17 Km langen Wanderung folgen wir dem europäischen Wanderweg E8, der von Irland nach Bulgarien führt. Durch dichten Laubmischwald laufen wir im Staatsforst Rheurdt/Littard auf Schloss Bloemersheim zu, das von einem schönen Schlossweiher umgeben ist.

Das heutige Schloss geht auf eine mittelalterliche Fluchtburg zurück, in die sich die Bauern aus der Umgebung in Kriegszeiten flüchteten. Über Jahrhunderte verlief die Grenze zwischen dem Herzogtum Geldern und der Grafschaft Moers mitten durch das Burggelände und die Küche im Haupthaus. Erst unter preußischer Herrschaft wurde der Grenzverlauf im Jahre 1724 so angepasst, dass das gesamte Burggelände zum Fürstentum Moers gehörte.

Hinter Schloss Bloemersheim wandern wir durch die Schaephuysener Heide in den Wald an den Littardkuhlen. Diese schmalen, langgestreckten Seen gehören zur „Niep“, einer verlandeten Altstromrinne des Rheins. Als sumpfige Niederung zieht sie sich von Krefeld nach Vluyn und weiter hinauf bis nach Issum. Entlang der Rinne reiht sich eine Vielzahl kleinerer und größerer Tümpel und Seen aneinander, die durch Bäche und Gräben locker verbunden sind.

An der Meenenkaule verlassen wir den Wald, durchqueren den Ort Rheurdt und steigen am Ortsrand bei der alten Rheurdter Turmwindmühle hinauf auf die Rheurdter Höhen. Gemeinsam mit den sich anschließenden Schaephuysener Höhen bilden sie eine der wenigen natürlichen Erhebungen in der flachen Landschaft des Niederrheins, entstanden als eine Endmoräne in der Saaleeiszeit.

Wir folgen dem schmalen Höhenrücken in südlicher Richtung, vorbei am Schardenberg, Saelhuyser Berg und Hahnenberg bis zum Windberg, wo wir in östlicher Richtung abdrehen und erneut auf den Europäischen Wanderweg E8 treffen.  Dann geht es wieder in den Staatsforst Rheurdt/Littard hinein, wo wir nach knapp vier Stunden erneut unseren Ausgangspunkt erreichen.

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Durch den Schnee von Büttgen nach Neuss

Doxi liebt den Schnee – und ihre Stöckchen

Schneechaos im Rheinland. Über Nacht hat es auch in den tiefen Lagen richtig fett geschneit. Auf den Autobahnen geht nicht mehr viel. Deshalb machen wir uns am Morgen von zu Hause zu einer 20 Km-Wanderung in unserer Region auf.

Wir laufen von Büttgen nach Neuss, folgen zunächst dem Nordkanal durch den Neusser Stadtpark und biegen dann zum Neusser Münster ab, um einen kurzen Blick auf den Weihnachtsmarkt zu werfen. Anschließend geht es zum Obertor, dem letzten erhaltenen der sechs mittelalterlichen Stadttore von Neuss.

Kurz dahinter treffen wir auf das jüngst rekonstruierte „Epanchoir“, einer wasserbautechnischen Meisterleistung aus napoleonischer Zeit, als der im Auftrag des französischen Kaisers errichtete Nordkanal eine Wasserverbindung von Neuss am Rhein nach Antwerpen schaffen sollte, um England zu schwächen.

Wir folgen der Obererft in Richtung Neuss-Selikum, überqueren auf einer unglaublich steilen und heute sehr rutschigen Fußgängerbrücke die Eisenbahnstrecke Neuss-Köln und biegen bald auf den mittelalterlichen Eselspfad ein, der uns wieder Richtung Norden führt. Durch die Felder bei Neuss-Grefrath laufen wir zurück nach Büttgen, wo wir nach fünf Stunden wieder unser Zuhause erreichen.

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