Archiv der Kategorie: Unterwegs

Info: Unterwegs mit Hund

Die folgenden Beiträge aus der Rubrik „Unterwegs“ dokumentieren unsere Aktivitäten mit den Hunden, seien es Tagesausflüge zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Reisen mit dem Wohnmobil. Mindestens ein Hund ist immer dabei, denn sonst haben wir ja gar keinen, der uns durch die Gegend zerrt  😉

( MITI )

Haus Kemnade und Burg Blankenstein

Haus Kemnade und Burg Blankenstein
Hattingen, 23. September 2018

Blick aus dem Gethmannschen Garten zur Burg Blankenstein

Eine landschaftlich sehr reizvolle, 13 km lange Tour an der Ruhr zwischen Witten, Hattingen und Bochum sind wir heute gelaufen. Wir starten am Wasserschloss Haus Kemnade, das bis 1486 am nördlichen Ufer der Ruhr auf Stiepeler Ortsgebiet lag. Dann änderte der Fluss nach einem Hochwasser seinen Lauf in nördliche Richtung, sodass das Anwesen seitdem getrennt vom Ort in den südlichen Ruhrauen liegt. Heute beherbergt das Schloss aus dem 13. Jahrhundert mehrere Museen, eine Außenstelle des Standesamts Bochum, sowie eine Gastronomie.

Vom Schloss laufen wir in Richtung des hübschen Kemnader Sees, der seit Ende der 1970er Jahr das Wasser der Ruhr aufstaut. Auf dem großen Klappenwehr am westlichen Seeende überqueren wir die Ruhr und laufen nun in westlicher Richtung über den gepflasterten Uferpfad. Auf diesem „Leinpfad“ wurden früher die Schiffe Ruhraufwärts durch Pferde oder Menschen gezogen („getreidelt„).

In der Ferne können wir über der Ruhr bereits die Burg Blankenstein erkennen. Bald passieren wir die alte Blankensteiner Schleuse, bevor wir ein Stück Ruhrabwärts auf der großen Autobrücke über das Ruhrtal wieder auf die südliche Flußseite wechseln.

Dann geht es hinauf in den Wald und auf die Höhen, wo sich uns immer wieder schöne Ausblicke in das Ruhrtal bieten. Kurz vor dem Ort Blankenstein kommen wir durch den „Gethmannscher Garten“, ein Park, der 1808 vom Kommerzienrat Carl Friedrich Gethmann angelegt wurde und zu den ersten öffentlichen Gärten in Deutschland zählte.

Dann durchqueren wir den kleinen Ort Blankenstein und erreichen die gleichnamige Burg auf einem Bergsporn rund 70 Meter über der Ruhr. Im 13. Jahrhundert durch den Grafen Adolf I. von der Mark erbaut und nach ihrem allmählichen Verfall am Ende des 18. Jahrhunderts im Stil des Historismus wieder aufgebaut, beherbergt sie heute ein beliebtes Burgrestaurant.

Der massive, 26 Meter hohe quadratische Bergfried ist begehbar und bietet von seiner Spitze tolle Ausblicke in das Ruhrtal und über den Kemnader See. Im ehemaligen Burggraben darunter befindet sich heute ein kleines Wildgehege mit Rehen.

Hinter der Burg laufen wir durch schönen Wald zum Naturschutzgebiet „Katzenstein“ und beginnen dort unseren Abstieg zurück zur Ruhr und zum Haus Kemnade, das wir nach rund dreieinhalb Stunden wieder erreichen.

Heute waren wir ausnahmsweise einmal recht langsam unterwegs, aber das war vor allem meinen wunden Fersen geschuldet. Eine sehr gemütliche Tour mit wunderbaren Ausblicken am ersten Tag des kalendarischen Herbstes.

( MITI )

Im Tal der jungen Sülz

Im Tal der jungen Sülz
Dohrgaul, 5. September 2018

Überquerung der beinahe zugewachsenen Sülz bei Leiberg. Links und rechts des Flusses: Kuhweiden.

Als Abschluss unserer spätsommerlichen Wandertage geht es heute ins Bergische Land. Südöstlich von Wipperfürth starten wir im kleinen Ort Dohrgaul zu einer 12 Kilometer langen Wanderung entlang der jungen Sülz.

Doch bis wir zur Sülz gelangen, müssen wir erst einmal mehrere Höhen östlich von Dohrgaul erklimmen. Bei warmen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung geht es über kleine Asphaltstraßen. Die Aussichten in die Landschaft sind lieblich, aber etwas Schatten würde durchaus gut tun.

Den bekommen wir, als wir durch eine Laubensiedlung zur Schnipperinger Mühle hinabsteigen und dort auf das Tal der noch jungen Sülz treffen. Die Sülz ist ein 25 km langer rechter Nebenfluss der Agger. An dieser Stelle ist sie noch ein Bach, der sich mäandernd durch ein ruhiges Tal mit Wald und Kuhweiden zieht.

Doxi lässt es sich natürlich nicht nehmen, erst einmal die Wasserqualität der Sülz zu testen. Wir folgen dem Bach für einige Kilometer in westlicher Richtung, bevor wir nach Norden abdrehen und über mehrere Höhen wieder auf Dohrgaul zusteuern. Nach knapp drei Stunden erreichen wir schließlich wieder unseren Startpunkt.

Zehn Wandertage, in denen wir in der Eifel, im Ruhrgebiet, an der Mosel, in Holland, Belgien und Luxemburg unterwegs waren, gehen damit zu Ende. Einige der Touren waren durchaus anstrengend. Jetzt freue ich mich auf ein paar ruhige Tage auf Mallorca.

( MITI )

Im Nordsternpark Gelsenkirchen

Im Nordsternpark Gelsenkirchen
Gelsenkirchen, 3. September 2018

Wahrzeichen des Nordsternparks: Die Doppelbogenbrücke über den Rhein-Herne-Kanal

Nach unserer langen und anstrengenden Stadtwanderung in Luxemburg gestern habe ich für heute eine etwas kürzere Wanderung im Ruhrgebiet heraus gesucht: Wir wandern durch den Nordsternpark bei Gelsenkrichen zur Schurenbachhalde.

Der Nordsternpark ist ein Landschaftspark auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern in Gelsenkirchen. Er verbindet die Stadtteile Horst und Heßler und wird vom Rhein-Herne-Kanal sowie der alten Emscher geteilt.

Die Umwandlung des Geländes in eine großzügige Parklandschaft begann nach der Stilllegung der Zeche Nordstern im Jahre 1993. Der Park ist in das European Garden Heritage Network und die Route der Industriekultur eingebunden. 1997 fand hier die Bundesgartenschau statt. 

Markantes Wahrzeichen am Rande des Parks sind die Fördertürme der Schächte 1 und 2 der ehemaligen Zeche Nordstern. Schacht 2 wird seit 2010 von der weithin sichtbaren Skulptur „Herkules“ des  Künstlers Markus Lüpertz gekrönt. Die Statue mit einem überdimensional großen Kopf ist 18 Meter hoch. Sie besitzt blaue, aufgesprühte Haare und einen roten Mund. An ihren Oberschenkel lehnt eine „Herkuleskeule“ , die auf einer Schildkröte ruht.

Unmittelbar am Rhein-Herne-Kanal befindet sich auf dem Parkgelände das Amphitheater Gelsenkirchen, in dem vornehmlich im Frühjahr und Sommer zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Außerdem gibt es auf dem Gelände einen Klettergarten, der vom Deutschen Alpenverein betrieben wird.

Im Nordsternpark Gelsenkirchen

Blick von der Anhähe im Nordsternpark auf die ehemalige Zeche Nordstern

Wir wandern durch den Park, an der ehemaligen Zeche vorbei und auf den Aussichtshügel, der eine schöne Übersicht über das Gelände bietet. Anschließend geht es entlang der Emscher und des Rhein-Herne-Kanals ein Stück in westlicher Richtung auf Essen zu.

An der Stadtgrenze drehen wir um und besteigen am Rande des Rhein-Herne-Kanals die rund 50 Meter hohe Schurenbachhalde, die sich bereits auf Essener Stadtgebiet befindet. Die Halde ist nach dem ab den 1970er Jahren unter ihr begrabenen Gewässer „Schurenbach“ benannt. Bis Mitte der 1990er Jahre wurde sie von der Zeche Zollverein und weiteren Steinkohlezechen zur Lagerung von Abraum genutzt. Anschließend wurde die Halde renaturiert und zum Landschaftsdenkmal umgebaut.

Auf ihrer Spitze befindet sich seit 1998 eine 15 Meter hohe Skulptur des amerikanischen Künstlers Richard Serra. Von dort hat man einen weiten Blick in das Ruhrgebiet, der heute allerdings im Dunst des vorangegangenen Regens verschwimmt.

Wir steigen von der Halde ab und wenden uns wieder dem Rhein-Herne-Kanal zu. In östlicher Richtung wandern wir zurück zu unserem Startpunkt am Nordsternpark. Keine spektakuläre Wanderung, aber dennoch interessant, das alles einmal gesehen zu haben.

( MITI )

Rundwanderung im mittleren Prümtal

Rundwanderung im mittleren Prümtal
Bierdorf am See (Bitburg), 30. August 2018

Doxi mitten in der Prüm, die zur Zeit wenig Wasser führt

Diese Tour in malerischer Umgebung am Stausee Bitburg und der Prüm hatte ich schon lange auf meiner Liste. Jetzt ergab sich endlich die Gelegenheit, sie zu laufen.

Fast fünf Stunden waren wir auf der 19 km langen Strecke unterwegs und haben mehr als 600 Höhenmeter überwunden. Dabei sind wir kaum jemandem begegnet.

Schroffe Felsen, dichte Wälder und lange Passagen entlang der Prüm prägen die Tour. Dazwischen kleine Siedlungen, eine Burg, ein Jagdschloss und eine Marienkapelle mit Kreuzweg. Mir hat es sehr gut gefallen, und ich glaube, Doxi auch. Nur die Anfahrt war sehr weit, aber so ist das halt manchmal.

( MITI )

Auf Schloss Hamm

Auf Schloss Hamm
Hamm (Bitburg), 30. August 2018

Blick hinauf zum Schloss vom Ort

Auf unserer Wanderung durch das mittlere Prümtal haben wir mehrmals aus der Ferne das Schloss Hamm erblickt. Leider führte die Tour nicht unmittelbar am Schloss vorbei. Deshalb bin ich mit Doxi anschließend noch die knapp drei Kilometer vom Stausee Bitburg zum Schloss gelaufen. Und der Aufwand wurde belohnt, denn das Schloss ist öffentlich zugänglich.

Tatsächlich wirkt das Schloss oberhalb des Ortes Hamm eher wie eine Burg. Die Anlage thront auf einem langgestreckten Bergsporn, der an drei Seiten von der Prüm umgeben ist. Ihre Wurzeln gehen auf das 11. Jahrhundert zurück.

Das Schlossareal ist von einer Ringmauer umgeben, die überwiegend noch aus dem 14. Jahrhundert stammt und einen rund 3000 m² großen Innenhof umschließt.

Die Burg war Stammsitz der Herren von Hamm und kam über die Familie von Milburg im späten 16. Jahrhundert durch Heirat an Gerhard von der Horst,. Dieser ließ auf den mittelalterlichen Fundamenten einen Schlossartigen-Neubau im Stil der Renaissance errichten.

Nach einem tragischen Unglück 1835 gaben die damaligen Eigentümer das Schloss dem Verfall preis. 1887 übernahmen Graf Friedrich-Anton von Renesse-Breitbach das Schloss und leitete umfassende Restaurierungs- und Wiederaufbauarbeiten ein.

Ein Feuer im März 1945 zerstörte den Palas fast vollständig. Hinter der historischen Fassade befindet sich dadurch heute ein Neubau aus den 1960er Jahren. Aktueller Eigentümer ist Otto Graf von und zu Westerholt und Gysenberg, der die schöne Anlage mit seiner Familie bewirtschaftet und bewohnt.

( MITI )

An Rur und Wurm bei Heinsberg

An Rur und Wurm bei Heinsberg
Heinsberg, 29. August 2018

An der Wurm

Nachdem wir gestern bei unserer Wanderung an der Mosel sehr viele Höhenmeter „gemacht“ haben, ist meine Wahl heute auf eine ganz flache Tour gefallen.

Bei Heinsberg wandern wir an der Wurm entlang bis zu ihrer Mündung in die Rur.

Dort, im Naturschutzgebiet „Untere Ruraue“ legen wir unter alten Eichen eine kurze Rast ein. Anschließend folgen wir der Rur ein Stück stromabwärts und kehren dann in einem großen Bogen zu unserem Startpunkt zurück.

Keine spektakuläre Wanderung, aber viele Kilometer durch schöne Natur direkt am Wasser und fast ohne jemandem zu begegnen.

Wir sind schnell unterwegs und legen die 15 Kilometer Strecke in weniger als drei Stunden zurück. Flüsse und Flussmündungen finde ich immer spannend, deshalb Daumen hoch für diese kleine Tour.

( MITI )

An der Ruhr zwischen MU und DU

An der Ruhr zwischen MU und DU
Mühlheim a.d. Ruhr, 27. August 2018

In der Styrumer Ruhraue

Zum ersten Mal seit vielen Wochen habe ich beim Wandern eine Regenjacke an. Ich bin mit Doxi an der Ruhr zwischen Mühlheim und Duisburg unterwegs. Der Himmel ist grau und es nieselt immer wieder.

Wir starten am „Theater an der Ruhr“ und laufen zunächst am Wasserkraftwerk Mühlheim-Raffelberg vorbei. Das entstand im Jahr 1926, nachdem an der Ruhr die Kohle knapp wurde, weil Millionen von Tonnen als Reparationsleistungen an die alliierten Sieger des ersten Weltkriegs geliefert werden mussten. So verfiel man auf die Idee, anstelle der Kohle das Wasser der Ruhr für die Energiegewinnung zu nutzen.

Hinter dem Kraftwerk biegen wir in die Styrumer Ruhraue ein. Die Ruhr schlägt hier eine Schleife im Grenzgebiet zwischen Mühlheim, Oberhausen und Duisburg, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und der Trinkwassergewinnung dient. Die Frachtschiffe auf der Ruhr nehmen stat dessen die Abkürzung über den künstlich geschaffenen Schiffahrtskanal, der die Styrumer Ruhrschleife umgeht.

Wir laufen durch schöne Natur an der Ruhr. Aber ruhig ist es hier dennoch nicht. Die vielbefahrenen Autobahnen A3 und A40  kreuzen das Gebiet, außerdem mehrere Eisenbahnlinien, eine Bundesstraße und eine Stromtrasse.

Hinter der Ruhrschleife laufen wir am Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg über mehrere hundert Meter unter einer Eisenbahnbrücke unmittelbar an der Autobahn vorbei, und das ist wirklich unglaublich laut. So laut habe ich es beim Wandern noch nie gehabt! Nur schnell weg hier.

Wir steigen in den Wald am Kaiserberg auf und laufen durch den Wald auf den Duisburger Zoo zu. Dahinter geht es durch ein großes Naherholungsgebiet zurück auf Mühlheimer Stadtgebiet und zu unserem Startpunkt, den wir nach knapp drei Stunden und 12 Wanderkilometern wieder erreichen.

Die Tour hat sehr schön die verschiedenen Facetten des Ruhrgebiets deutlich gemacht: Es gibt durchaus viel schöne Natur, aber dazwischen auch unglaublich viele Verkehrswege und wahnsinnig viel Verkehr. Damit müssen die Menschen hier leben.

( MITI )

Am Blausteinsee

Am Blausteinsee
Eschweiler, 23. August 2018

Blick auf den Blausteinsee

Schon oft habe ich die Hinweisschilder zum Blausteinsee in der Region südöstlich von Aachen gesehen. Jetzt bin ich ihnen endlich einmal zu dem beliebten Freizeit- und Erholungsgebiet bei Eschweiler gefolgt. Im Rahmen der Rekultivierung des ehemaligen Braunkohletagebaus Zukunft ist dort seit 1994 ein 100 Hektar großer und bis zu 45 Meter tiefer künstlicher See entstanden.

Der See wird von einem 100 Meter breiten Grüngürtel mit Wander- und Reitwegen und einer Skaterstrecke umgeben. Im See kann man Baden, Tauchen und es wird dort Wassersport betrieben. Schade, dass es keinen Wohnmobilstellplatz gibt, sonst würde ich gerne einmal ein- oder zwei Nächte dort verbringen.

( MITI )

Alt-Breinig: Ein Traum aus Blaustein

Alt-Breinig: Ein Traum aus Blaustein
Alt-Breinig, 23. August 2018

Denkmalgeschützte Häuser auf der früheren Hauptstraße von Alt-Breinig

Breinig ist ein Dorf wenige Kilometer von Kornelimünster entfernt, das viele Jahrhundert lang zum Herrschaftsbereich der Reichsabtei Kornelimünster gehörte. Heute zählt der Ort zur Gemeinde Stolberg in der Städteregion Aachen.

Das Dorf ist für seinen sehenswerten historischen Ortskern „Alt Breinig“ bekannt. Seit 1980 sind dort rund 90 Bauten detailgetreu saniert worden. Rund um die 1830 erbaute Pfarrkirche St. Barbara erstreckt sich ein kompletter Straßenzug mit Bruchsteinhäusern und alten Gutshöfen, die größtenteils aus dem ortstypischen Aachener Blaustein errichtet wurden und unter Denkmalschutz stehen

Aachener Blaustein ist die Handelsbezeichnung eines dunkelgrauen bis schwarzen Kalksteins aus unterschiedlichen geologischen Systemen, der am Nordrand des Hohen Venns im Südosten von Aachen abgebaut wurden. Heute sind diese Vorkommen erschöpft.

Der Stein hat frisch geschlagen und poliert eine fast schwarze, blaugraue bis blaugrüne Farbe. Diese ändert sich zu weißgrau, wenn er lange Zeit der Verwitterung ausgesetzt ist. Genutzt wurde Blaustein für Fassaden, Fenstereinfassungen, Türschwellen, Treppen, Bodenbeläge, Grabmale sowie Altäre und Taufbecken.

Einzelne Häuser aus Blaustein sind mir in der Region rund um Aachen schon oft begegnet. Ich habe diesen Bautyp immer für „belgisch“ gehalten. So einen vollständig erhaltenen Straßenzug habe ich jedoch noch nirgendwo gesehen. Toll ist das hier!

 

( MITI )

Bummel durch Kornelimünster

Bummel durch Kornelimünster
Kornelimünster, 23. August 2018

Am Marktplatz von Kornelimünster

Nach unserer Wanderung rund um Wahnheim schaue ich mir das historische Zentrum von Kornelimünster an, einem beliebten Ausflugsort südöstlich von Aachen. Im Jahre 814 gründete hier Benedikt von Aniane als Berater von Kaiser Ludwig dem Frommen das Kloster Kornelimünster am Fluss Inde.

Mitte des 9. Jahrhunderts wurde das Kloster reichsunmittelbar und erhielt großen Landbesitz und die so genannten Salvator-Heiligtümer: Schürztuch, Schweißtuch und Grabtuch des Herrn. 875 wurde die Hälfte des Grabtuches gegen eine Kopfreliquie des Märtyrerpapstes Kornelius  eingetauscht, der im Jahre 235 n.Chr. von den Römern hingerichtet worden war.

In den darauffolgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Kloster zu einem überregional bedeutenden Pilgerziel. Es prägte die Region, für die sich der Begriff „Münsterländchen“ einbürgerte.

1802 fiel Kornelimünster zusammen mit weiteren linksrheinischen Gebieten an Frankreich. Wie auch die anderen Klöster im Rheinland wurde die Reichsabtei durch die Franzosen säkularisiert. Die Mönche mussten das Kloster verlassen. Heute befinden sich die alten Gebäude der Abtei im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen, das dort die Einrichtung „Kunst aus Nordrhein-Westfalen“ betreibt.

Direkt neben der ehemaligen Abtei liegt der Marktplatz von Kornelimünster mit zahlreichen gut erhaltenen historischen Bürgerhäusern. Ein wirklich sehenswertes Ensemble.

( MITI )

Rund um Wahnheim

Rund um Wahnheim
Wahnheim, 23. August 2018

Eisenbahnviadukt der ehemaligen Vennbahn (heute Radweg) über den Iterbach kurz vor Kornelimünster

Die Region südlich von Aachen ist in diesen Tagen unser bevorzugtes Wanderziel. Heute haben wir eine sehr schöne und streckenweise richtig aufregende Tour rund um Wahnheim unternommen.

Wir starten am Ortsausgang von Kornelimünster, wo auch der Eifelsteig endet bzw. beginnt, und laufen zunächst an der Inde entlang bis zum alten Eisenbahnviadukt der Vennbahn am Gut Schlausermühle. Eine ältere Reiterin kommt mir mit ihrem Pferd entgegen. Als sie sieht, dass ich das Eisenbahnviadukt fotografiere, ruft sie: „Die Brücke gibt es schon seit mehr als 100 Jahren. Nicht so wie in Italien“, womit sie auf den Brückeneinsturz bei Genua anspielt, der sich vor einer Woche ereignet hat. Okay!?, denke ich.

Parallel zur Vennbahn laufen wir auf Feldwegen zum Ort Hahn und durchqueren ihn. Dahinter folgen wir dem Kalkofenweg in Richtung Friesenrath, wo wir wieder auf die Inde treffen. Über die Hochfläche mit schönem Blick in die Nordeifel geht es anschließend durch die Randbereiche von Schmithofen, wo wir gestern zu unserer Wanderung entlang der Inde Richtung Raeren gestartet sind.

Heute drehen wir hinter Schmithofen in nördlicher Richtung ab und laufen an letzten intakten Sperrreihen des ehemaligen Westwalls in dieser Region vorbei. Über mehrere hundert Meter sind die sogenannten „Drachenzähne“ erhalten geblieben, die sich in Fünfer-Reihen aus der Landschaft erheben und feindliche Panzer aufhalten sollten.

Kurz dahinter treffen wir auf den Iterbach, den wir nun über mehrere Kilometer bis zurück nach Kornelimünster folgen werden. Damit beginnt der aufregende Teil der Wanderung, denn die Flächen links und rechts des Baches werden intensiv landwirtschaftlich genutzt und mit Kühen beweidet. Der Weg ist nicht markiert und an den Übergängen zwischen den verschiedenen Weideflächen müssen wir entweder über Stacheldrahtzäune klettern oder uns durch enge Klapptüren zwängen, die einen Durchmarsch der Rindviecher verhindern sollen.

Rund um Wahnheim

Am Iterbach

Einmal verlaufen wir uns und landen in einem mit stacheligen Brombersträuchern bewachsenen Steilhang. Als wir endlich wieder den schmalen Trampelpfad am Bach erreichen, haben die Brombeeren blutende Wunden in meinen Waden geschlagen. Aber alles nicht so schlimm.

Wir versuchen so gut es geht den Kühen aus dem Weg zu gehen. Einmal steht hinter einer Biegung plötzlich ein Jungbulle vor uns. Ich bekomme einen Schreck, aber er glücklicherweise auch. Laut blökend läuft er davon.

Die Landschaft im Tal des Iterbachs ist wirklich bezaubernd schön, aber ich bin froh, als wir die Weideflächen nach mehreren Kilometern endlich hinter uns lassen. Kurz vor Kornelimünster kommen wir wieder an einem Eisenbahnviadukt vorbei, mit dem die Vennbahn früher das Tal des Iterbachs überquerte.

Wenig später mündet der Iterbach in die Inde und wir erreichen nach knapp 14 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt in Kornelimünster. Das war eine feine Wanderung, aber ich weiß nicht, ob ich die Strecke durch die Kuhweiden im Tal des Iterbachs noch einmal laufen würde. Das war streckenweise doch schon ganz schön wild und aufregend …