Archiv der Kategorie: Unterwegs

Info: Unterwegs mit Hund

Die folgenden Beiträge aus der Rubrik „Unterwegs“ dokumentieren unsere Aktivitäten mit den Hunden, seien es Tagesausflüge zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Reisen mit dem Wohnmobil. Mindestens ein Hund ist immer dabei, denn sonst haben wir ja gar keinen, der uns durch die Gegend zerrt  😉

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Schloss Hovestadt

Schloss Hovestadt im Ort Hovestadt, bewohnt von den Nakommen der Familie Plettenberg-Lenhausen

Ich bin auf dem Weg nach Lippetal, um in den Lippeauen zu wandern. Kurz vor dem Ziel mache ich zunächst am Schloss Hovestadt halt. Die Anlage gehört zu den schönsten Wasserschlössern Westfalens und geht auf einen Rittersitz zurück, der erstmal im Jahr 1152 erwähnt wurde.

Die Kölner Erzbischöfe, die in diesem Teil Westfalens territoriale Interessen verfolgten, ließen hier eine Burg zum Schutz des Lippeübergangs anlegen. Gerichtet war die Burg vor allem gegen die Bischöfe von Münster, aber auch gegen die Grafschaft Arnsberg, die Grafschaft Mark sowie die Edelherren von der Lippe.

Die heutige Anlage wurde als Wasserschloss Ende des 16. Jahrhunderts im Stil der Lipperenaissance errichtet. Im Jahr 1710 erwarb Freiherr – später Graf – Friedrich Bernhard Wilhelm von Plettenberg-Lenhausen den Besitz. Nachkommen seiner Familie bewohnen die Anlage bis heute.

Das Schloss ist eine von Gräften umgebene Zwei-Insel-Anlage, zu der auch ein Teich gehört. Zugang zum Schloss gewährt eine Steinbrücke. Auffällig ist die Fassade im Stil des Manierismus mit vielfältigem Bauschmuck. Zu den Dekorationen aus Ziegeln gehören Kreise, Rauten, Bänder und Löwenköpfe.

In der Vorburg befinden sich zwei Torhäuser und mehrere eingeschossige Wirtschaftsgebäude. Zum Schloss gehört auch eine Parkanlage im französischen Stil aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, der heute eine Station des Europäischen Gartennetzwerks darstellt. Der Park ist öffentlich zugänglich, doch an diesem frühen Samstagmorgen treffe ich hier nur auf die Schlossherrin, die gerade einige Osterglocken für die österliche Tischdekoration schneidet. Da will ich natürlich nicht stören …

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Auf dem Eisvogelweg bei Seelscheid

Im Naafbachtal

Der Karfreitag beginnt mit prächtigem Wetter. Das wollen wir nutzen und brechen früh am Morgen ins Bergische Land auf. Unser Ziel: Die Gemeinde Seelscheid, Schnittpunkt zahlreicher schöner Wanderwege.

Wir haben eine 17 Kilometer lange Variante des Eisvogelwegs heraus gesucht, der streckenweise parallel zum bekannten Kräuterweg verläuft. Die Tour führt uns zunächst auf die Höhen rund um Seelscheid mit herrlichen Fernblicken ins Bergische Land. In der prallen Frühlingssonne wird es schnell warm.

Auf einer Wiese sehen wir in einiger Entfernung fünf Rehe grasen. Sie stören sich nicht an uns. Doxi blickt erregt in ihre Richtung, doch da ich sie an der Leine habe, gibt es keine Probleme.

Bald steigen wir hinab in das schattige Tal des Holzbachs. Die nächsten zehn Kilometer geht es immer nahe am Wasser entlang. Auf das Holzbachtal folgt das schöne Naafbachtal und schließlich das Wenigerbachtal. Die Bäche mäandern durch die liebliche Tallandschaft und lassen die Wiesen in saftigem Grün erstrahlen.

An einigen Stellen versperren umgestürzte Bäume vom letzten Wintersturm den Wanderweg. Wir weichen über die Wiesen aus und können feststellen, wie feucht die Landschaft links und rechts der Bäche tatsächlich ist. Man muss aufpassen, nicht zu sehr einzusinken.

Wir sind schnell unterwegs und so erreichen wir bereits nach dreieinhalb Stunden wieder unseren Startpunkt. Das war wirklich eine prächtige Wanderung und ein sehr schöner Auftakt für das Osterwochenende.

 

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Reindersmaar und Bosserheide

Das Nationalparkzentrum De Maasduinen in der alten Schleuse zum Reindersmeer

Wenige Kilometer westlich des Flughafens Weeze befindet sich auf niederländischer Seite im Nationalpark De Maasduinen das Naturschutzgebiet Reindersmaar und die Bosserheide, Auf Deutsch sind die Gebiete als Reindersmeer und Bosserscheheide bekannt. Hier war ich heute mit Doxi auf einer 12 Kilometer langen Wanderung unterwegs, nachdem ich Jutta zum Flughafen Weeze gebracht hatte.

Das wunderschöne Naturschutzgebiet Reindersmeer befindet sich in Well (Gemeinde Bergen). Es entstand in den 1960er Jahren als Folge des Sand- und Kiesabbaus für die Betonindustrie.

Aus den ehemaligen Kiesgruben gingen das Reindersmeer und das Leukermeer hervor, die über einen gemeinsamen Kanal mit der Maas verbunden sind. Im Gegensatz zum Leukermeer, wo Baden und Wassersport erlaubt sind, ist das Reindersmeer eine geschützte, ökologisch sensible Naturlandschaft, in der eine Vielzahl von Wasservögeln beheimatet sind.

Rund um das Reindersmeer wurden zahlreiche schöne Wander- und Radwege angelegt. An der schmalsten Stelle des großen Sees kann man mit einer Seilzugfähre in Handbedienung etwa einhundert Meter von einem Ufer zum anderen übersetzen – eine ganz schöne Kurbelei, wie ich heute feststellen durfte. Vor allem, wenn man allein ist und die Fähre erst einmal vom anderen Ufer heranholen muss. Doxi war der ganze Bootstransfer nicht so geheuer, doch sie wurde nicht wirklich gefragt. Dafür musste sie aber auch nicht kurbeln.

An der Schleuse zum Leukermeer befindet sich das Nationalparkzentrum De Maasduinen, ein architektonisch beeindruckendes Gebäude, das buchstäblich in dem alten Schleusenbecken hängt. Zum Reindersmeer hin gibt es eine schöne Außenterrasse mit Gastronomie und tollem Blick auf den See. Leider war das Restaurant bei unserem Besuch heute geschlossen. Ich vermute aufgrund des schlechten Wetters.

Bestimmt hätte mich die Landschaft bei Sonnenschein noch mehr beeindruckt. Dann wären aber auch sicher viel mehr Menschen mit ihren Hunden unterwegs gewesen. Und da Doxi gerade läufig ist und ich beim Kontakt mit anderen Caniden vorsichtig sein muss, war das schon ganz praktisch so.

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An der Rheinfähre Hitdorf

Alles so schön grau hier: Schwäne an der Rheinfähre Langeln-Hitdorf

Oh, Mann, in drei Tagen ist Ostern, aber draußen fühlt es sich an wie im November an Allerheiligen. Wir sind an der Rheinfähre Langeln-Hitdorf zwischen Köln-Worringen und Dormagen unterwegs. Der Himmel ist grau, es regnet und im feuchten Dunst verschwimmen die Häuser auf der anderen Rheinseite.

Der mächtige Strom hat sich längst wieder in sein normales Bett zurückgezogen, doch am Ufer sind noch überall die Hinterlassenschaften des letzten Hochwassers zu erkennen.

Mit Doxi laufe ich rund vier Kilometer in südlicher Richtung am Ufer entlang. Wir blicken auf die vielen Schornsteine und Verladekräne des Bayer Werks Dormagen, die mit jedem Schritt etwas mehr auf uns zukommen. Bald füllt das riesige Werksgelände fast den gesamten Horizont aus. Aber auch hier: Alles grau.

Beim Rückweg entdecke ich dann doch noch die ersten Zeichen des nahenden Frühlings: An einigen Bäumen grünt es schon, Das muss ich natürlich gleich festhalten. Würde man ja sonst gar nicht glauben – bei diesem Wetter 🙂

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Rund um Wuppertal-Sudberg

Blick über die Höhen des Wupper-Tals

Wandern rund um Wuppertal, das heißt in der Regel: Es geht ständig steil bergauf, bergab. Das Terrain ist so eng gefaltet, wie in kaum einer anderen Region des Bergischen Landes – fast wie bei einer Origami-Figur.

Auch die Tour, die ich heute mit Doxi gegangen bin, hat es in sich: 600 Höhenmeter auf einer Länge von 13 Kilometern. Und das auf vorwiegend schmalen Trampelpfaden.

Ein Stück weit ging es sogar mitten durchs rutschige Gelände, über zwei Hügel und zwei Bäche. Ohne Wegweiser und nur mit GPS.

Und weil die feine Doxi derzeit läufig ist und fleißig blutet, habe ich mir aus Solidarität auch mal schön die Stirn aufgeschlagen – an der Astgabel eines umgestürzten Baumes. Habe ich beim Durchsteigen einen Moment nicht richtig aufgepasst und bin voll gegen eine spitze Stelle geknallt. Gut, dass ich beim Wandern immer Pflaster dabei habe. So konnte ich die Blutung schnell stillen.

 

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Zwischen Reichswald und Nimwegen

Kostenloser Womo-Stellplatz am Rande des Reichswalds

Erneut sind wir im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden unterwegs. Diesmal am oberen Niederrhein zwischen Kleve und Nimwegen. Wir starten auf niederländischer Seite am südwestlichen Rand des Reichswalds, der hier die Landesgrenze bildet. Am Gästehaus De Diepen gibt es einen kostenlosen Wander- und Womo-Parkplatz, den wir uns bei dieser Gelegenheit anschauen.

Unsere neun Kilometer lange Wanderung schneidet nur kurz den Reichswald und führt größtenteils durch den Wald Molenbeek nördlich von Plasmolen.

Der Wald bildet die Grenze zwischen den niederländischen Provinzen Limburg und Gelderland. Er war bis ins späte Mittelalter Teil des Reichswalds, der ununterbrochen von Xanten über Kleve bis nach Nimwegen reichte. Charakteristisch ist der steile Abfall das Niederrheinischen Höhenzugs nach Westen hin zum Tal der Maas.

Für uns geht es in mehreren Schleifen rauf und runter durch den Buchenwald vorbei an Bächen und kleinen Waldseen. Auf dem ehemaligen Landgut Sint Jansberg treffen wir im Wald auf die Überreste einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. Es ist das größte bekannte römische Hauptgebäude in den Niederlanden mit Abmessungen von 85 m × 24 m.

Leider lichtet sich der durchdringende kalte Nebel erst, als wir nach zweieinhalb Stunden wieder unseren Startpunkt erreichen. Wären wir vielleicht besser etwas später gestartet, aber so ist das manchmal. War trotzdem eine schöne Wanderung.

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Von Brüggen zum Venekotensee

Die Burg Brüggen

Heute haben wir Freunde in Brüggen nahe der niederländischen Grenze kurz vor Roermond besucht und sind mit ihnen entlang der Schwalm zum Venekotensee gewandert. Brüggen liegt im Naturpark Maas-Schwalm-Nette und ist dank ihrer historischen Innenstadt und der umgebenden Natur ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Burggemeinde verdankt ihre Entstehung der besonderen geografischen Lage an der einzigen passierbaren Furt über die Schwalm. Schon im frühen Mittelalter kreuzten sich hier die Handelswege zwischen Rhein und Maas.

Die Grafen von Kessel sicherten diesen Etappenort mit einer Burganlage, die sie nach niederländischen Vorbildern auf eine 16 Meter hohe Kiesinsel setzen ließen, die ihrerseits auf dem Moor schwimmt. Mit der Errichtung der Burg um das Jahr 1280 wurde Brüggen zum Zentrum des gleichnamigen Amtes.

Wir wandern vom Ortszentrum an der Burg vorbei entlang der Schwalm zum Dilborner Benden, kommen am Rand von Overhetfeld vorbei und erreichen bald den schönen Venekotensee, der durch Kiesabbau entstanden ist. Auffallend sind die vielen (Wasser-) Vögel entlang der Strecke: Am Burggraben im Zentrum von Brüggen sehen wir drei Kormorane, später begegnen uns an der Schwalm wilde Gänse, sowie zahlreiche Greifvögel und natürlich viele Enten. Wirklich schön ist das hier.

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Im Kottenforst bei Villiprott

Blick ins Tal des Godesbergerbachs

Heute waren wir mit Doxi im Kottenforst südwestlich von Bonn unterwegs. Die 16 km lange Tour startete am Rand des kleinen Örtchens Villiprott und führte uns größtenteils durch Wald rund um die Gemeinde Wachtberg, zu der auch Villliprott gehört.

Der Kottenforst ist der südliche Teil der Ville-Hochfläche, die den Westrand der Kölner Bucht einschließt. Nach Osten zum Rheintal hin fällt der Höhenzug steil ab, während er in Richtung Westen zur Swist und zur Erft hin sanft ausgleitet.

Der Name Kottenforst stammt von dem keltischen Wort „coat“ für Wald ab. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er bereits im 7. Jahrhundert als fränkisches Königsgut.

Zur Römerzeit wurde die Eifelwasserleitung zur Versorgung der Stadt Köln quer durch den nördlichen Kottenforst und dann entlang des nordöstlichen Villehangs gebaut. Bis heute ist der Kottenforst weitgehend unbesiedelt geblieben und dadurch ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung im Bonner Raum.

Wo sich der Wald lichtet, kann man an einigen Stellen wunderbar hinüber zum Siebengebirge auf der anderen Rheinseite blicken. Mit bloßem Auge sind das Hotel auf dem Petersberg und die Ruine der Drachenburg zu erkennen.

Von unserem Startpunkt laufen wir zunächst mehrere Kilometer in nordöstlicher Richtung durch den Wald, bevor wir am Sonnenberg in das Tal des Godesbergerbachs hinabsteigen. Wir passieren die alte Wattendorfer Mühle und steigen auf der anderen Talseite wieder auf die Höhen des Kottenforsts hinauf. Nun geht es in südwestlicher Richtung weiter durch den Wald.

Wir überqueren den Hettenbach und kommen bald in einen Waldabschnitt mit dem schönen Titel „Heiliger Sumpf„. Von dort ist es nicht mehr weit bis nach Wachtberg, das wir nordöstlich auf Feldwegen umrunden. Nun geht es hinauf nach Villiprott, wo wir im alten Ortskern an einigen schönen historischen Fachwerkhöfen vorbeikommen. Kurz darauf erreichen wir nach dreieinhalb Stunden wieder unseren Ausgangspunkt – leicht erschöpft, aber doch sehr zufrieden.

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Drei Bachtäler bei Erkrath

Blick von den Höhen auf Erkrath, im Hintergrund die Skyline von Düsseldorf mit dem Fernsehturm in der Mitte

Eine Wanderung zwischen Frühling und Winter: Bei Erkrath laufen wir auf einer Länge von 12 Kilometern stetig bergauf und bergab durch drei Bachtäler und über die Höhen dazwischen. Die Sonne scheint, doch auf den Höhen bläst ein unangenehm kalter und starker Wind.

Dafür ist es in den windstillen Bachtälern des Stinderbachs, der Düssel und des kleinen Bachs „Maria im Tal“ herrlich lauschig. Allerdings auch wahnsinnig matschig.

Mehrmals rutsche ich auf den überwiegend naturnahen Pfaden kleine Abhänge hinunter, als hätte ich ein Skateboard unter den Füßen. Doch toi, toi, toi, nicht einmal habe ich mich auf den Popo gesetzt. Glück gehabt 🙂

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In der Millingerwaard

Renaturierte Baggerseen in der Millingerwaard

Also das gibt es wirklich selten, dass ich Mal eine Wanderung abbreche. Aber heute war es mir irgendwann einfach zu viel mit der Kälte und vor allem dem eiskalten Wind oben auf dem Deich. Ich war in der Millingerwaard unterwegs, einem Naturschutzgebiet kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze am Rhein, der hier Waal genannt wird und sich vom nördlich abgehenden Pannerdenschen Kanal trennt.

Das 700 Hektar große Naturschutzgebiet befindet sich zwischen den niederländischen Ortschaften Millingen am Rhein und Kerkedom. Es umfasst zahlreiche Baggerseen und wilde Natur, in der rund zweihundert Konik-Wildpferde und ebensoviele Galloway-Rinder in halbwilder Haltung leben.

Die Wildpferde weiden vor allem die offene Landschaft ab, während die Rinder auch den Wald als Nahrungsergänzung nutzen.

Hier befindet sich die einzige in den Niederlanden noch existierende Hartholzaue, auf einer Fläche von 10 Hektar. Das Gebiet wird von mehr als 100.000 Menschen pro Jahr besucht, aber heute sind nur ganz wenige Sapziergänger unterwegs. Wahrscheinlich, weil alle anderen gewusst haben, dass es viel zu kalt ist. Hätte ich vielleicht auch drauf kommen können …

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Reichswald Forest War Cemetery

Der Britische Ehrenfriedhof im Reichswald. Mehr als 7500 Soldaten sind hier begraben.

Auf dem Weg durch den Reichswald bei Kleve komme ich am britischen Ehrenfriedhof vorbei, dem größten Kriegsgräberfriedhof des Commonwealth in Deutschland. Schon mehrfach habe ich von diesem Ort gehört, jetzt nutze ich die Gelegenheit für einen Besuch und eine kurze, stille Andacht.

In der parkähnlichen Anlage sind 7672 alliierte Soldaten bestattet, die im Zweiten Weltkrieg an verschiedenen Orten im deutschen Reichsgebiet gefallen sind. Unter den 15 in Deutschland liegenden Sammelfriedhöfen der Engländer ist dies der größte.

Ein wesentlicher Teil der Arbeiten wurde zwischen 1946 und 1948 von deutschen Kriegsgefangenen geleistet, die unter kanadischer Aufsicht standen.

Im Eingangsbereich gewähren zwei Türme im maurischen Baustil einen weiten Blick über die Anlage. Links und rechts folgen zwei Schutzgebäude, die die Grabbücher mit allen Namen der hier beigesetzten Soldaten enthalten.

Im Zentrum der Anlage befindet sich der Altarstein mit der Inschrift „Ihr Name lebt ewiglich“ („Their Name Liveth For Evermore“). Dahinter erhebt sich ein großes Opferkreuz. 

Rechts davon sind rund 4.000 alliierte Piloten und Insassen von Kampfflugzeugen bestattet, darunter 706 Kanadier. Auf der linken Seite befinden sich die Gräber von Soldaten, die in den Jahren 1940–1944 im Luftkrieg den Tod fanden, sowie die Opfer der Bodenoffensive im Rheinland, der Rheinquerung und der Schlacht im Reichswald im Februar 1945.

Ich habe noch nie so viele Gräber auf so engem Raum gesehen. Wieviele traurige Schicksale sich wohl dahinter verbergen mögen. Dass wir heute in Deutschland nicht unter der Knute der Nazis leben müssen, haben wir auch diesen Menschen zu verdanken. Mögen sie alle in Frieden ruhen.

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Am Rhein bei Duisburg-Baerl

Die alte Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Baerl

Puh, ist das ein grauer und nasskalter Tag. Ich bin mit Doxi auf der linken Rheinseite bei Duisburg-Baerl unterwegs. Die Wanderung trägt den schönen Titel „Hüttenwerkspanorama am Rhein“, doch von den Hüttenwerken auf der anderen Rheinseite bei Duisburg ist nichts zu sehen. Es ist einfach zu diesig heute.

Vor allem ist es ganz schön laut hier, zwischen Eisenbahnbrücke, Autobahnbrücke der A42 und den vielen Rheinschiffen, die sich laut stampfend gegen die Flussströmung in der Rheinbiegung  vorankämnpfen.

Nein, da haben wir uns den falschen Tag ausgesucht. Aber egal, es kann schließlich nicht immer die Sonne scheinen. Und Doxi macht das Wetter ohnehin nichts aus, solange nur die Stöckchen fliegen … Und dann tauchen die Hüttenwerke plötzlich doch noch auf: Als Gemälde auf einem Transformatorenhäuschen in Duisburg-Baerl. Na, wer sagt’s denn 🙂

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Wasserburg Haus Welbergen

Luftbild von Haus Welbergen (Foto Dietmar Rabich | http://commons.wikimedia.org | Lizenz CC BY-SA 4.0)

Im Anschluss an unseren Besuch in Steinfurt fahren wir in das nur wenige Kilometer entfernte Ochtrup zur Wasserburg Haus Welbergen weiter. Die hübsche, kompakte Anlage befindet sich im Besitz einer Stiftung und wird hauptsächlich für Tagungen verschiedener kultureller Institutionen genutzt. Der Innenhof der Wasserburg und die Rundwege sind ganzjährig frei zugänglich.

Die umgräftete Anlage ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und besteht aus dem Herrenhaus, der Vorburg sowie Nebengebäuden. Die Herren von Welleberghe residierten von 1298 bis 1330 auf dem Gut. Nach ihnen ist die Anlage bis heute benannt.

Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und verändert. Das heutige Herrenhaus ist ein siebenachsiges, rechteckiges Backsteingebäude mit Dreistaffelgiebeln. Es ist regelmäßig durch Fenster und Gesimse aus Werkstein gegliedert.

Der Zugang zur Vorburg erfolgt über die ehemalige Zugbrücke. Das Portal ist mit 1731 bezeichnet. Die angrenzenden Wirtschafts- und Remisengebäude sind aus Backstein gemauert und sparsam mit Werkstein gegliedert. Der Garten wurde 1965 angelegt.

Nordöstlich vorgelagert steht eine Wassermühle mit Remise. Hinter der Mühle befand sich der ehemalige, umgräftete Barockgarten, der heute nur noch in Teilen erhalten ist. Sehr ruhig und beschaulich wirkt alles hier. Würde mir nicht gerade ein häßlicher starker Ostwind um die Ohren brausen, würde ich mit Doxi hier gerne ein wenig Rast machen. Doch dafür ist es heute leider zu kalt.

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Im Schlosspark Bagno

See im Bagno

Nach unserem Besuch am Schloss Steinfurt unternehme ich mit Doxi eine zweistündige Wanderung durch den angrenzenden Schlosspark „Bagno“ und den dahinter liegenden Wald im Naturschutzgebiet Buchenberg.

Der Bagno wurde 1765 durch den Grafen Karl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt gegründet und im Stile der Zeit als Französischer Garten angelegt. Geradlinigkeit und strenge geometrische Formen prägten zunächst das Landschaftsbild.

In der Zeit seines Nachfolgers Graf Ludwig wurden ab 1780 auch orientalische und fernöstliche Elemente in die Gestaltung der Anlagen mit aufgenommen. 1787 beherbergte der Park bereits mehr als 100 verschiedene Bauwerke, Wasserspiele, Brücken, Spielstätten, Statuen, Inseln, Gärten und Wege.

Als später naturnahe Englische Gärten in Mode kamen, wurde auch der Bagno entsprechend umgestaltet: Gerade Wege wurden in Schlängelpfade umgewandelt, künstliche, aber wild laufende Wasserkaskaden geschaffen, große Rasenflächen angelegt und fremdländische Bäume angepflanzt.

Das Bagno entwickelte sich zur bedeutendsten Parkanlage Westfalens, die von den Grafen für jedermann zugänglich gemacht wurde. In den beiden folgenden Jahrhunderten verfiel der Park aufgrund der hohen Renovierungs- und Unterhaltungskosten jedoch zusehends. Im Rahmen der Regionale 2004 wurde der Park mit Landesmitteln neu gestaltet. Seit 2006 ist der Bagnopark Mitglied im European Garden Heritage Network. Ein wirkliches Prunkstück, wie ich finde.

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Am Schloss Steinfurt

Luftbild von Schloss Steinfurt (Foto Günter Seggebäing, Coesfeld | http://commons.wikimedia.org | Lizenz CC BY-SA 3.0)

Ich bin weiter dabei, die schönsten Wasserschlösser und -burgen des Münsterlands zu besuchen. Heute bin ich mit Doxi nach Steinfurt gefahren, zum Schloss Burgsteinfurt am Rande der Altstadt von Burgsteinfort.

Es ist die älteste Wasserburganlage in dieser Region, doch leider kann man sie nur von außen betrachten, weil sie von der Besitzerfamilie – der Fürsten zu Bentheim und Steinfurt – als Wohnsitz genutzt wird und nicht öffentlich zugänglich ist.

Die Schlossanlage steht auf einer nahezu kreisrunden Insel, die von der Steinfurter Aa umflossen wird. Sie besteht aus der Oberburg, der Unterburg und der Schlossmühle. Als Erbauer der Anlage gilt Rudolf II. von Stenvorde, Edelherr von Steinfurt. In Urkunden wird sein sächsischer Haupthof erstmals 1129 erwähnt.

Der Name „Steinfurt“ leitet sich von einer steinernen Durchfahrt, einer Furt, durch den Fluss Aa ab. Die Furt war eine der wenigen Stellen, an denen man den Fluss mit Gespannen durchqueren konnte. Wer die Furt kontrollierte, hatte Macht und konnte Wegezoll einfordern.

Während des Dreißigjährigen Krieges wechselte das Schloss mehrfach die Besitzer und wurde dabei stark beschädigt. So wurde das Schloss und die angrenzende Stadt 1634 von Truppen des Fürstbischofs von Münster, Ferdinand I. von Bayern, besetzt. Ihnen folgten im Jahre 1647 erst hessische dann kaiserliche Truppen. Zwar wurden 1661 erste Instandsetzungsarbeiten vorgenommen, doch erst zwischen 1706 und 1715 erfolgte der vollständige Wiederaufbau. Weitere Neubauten folgten zwischen 1723 und 1729 im schlichten Stil des Barocks. Seitdem ist die Anlage im wesentlichen unverändert geblieben.