Archiv der Kategorie: Unterwegs

Info: Unterwegs mit Hund

Die folgenden Beiträge aus der Rubrik „Reisen“ dokumentieren unsere Aktivitäten mit den Hunden, seien es Tagesausflüge zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Reisen mit dem Wohnmobil. Mindestens ein Hund ist immer dabei, denn sonst macht’s ja gar keinen richtigen Spaß 😉

( MITI / )

Rund um den Innenhafen Duisburg

Der fünfgliedrige Bürokomplex “Five Boats” im Innenhafen Duisburg vor der Marina

Nach unserer Wanderung an der Halde Rheinpreussen fahren wir 15 Kilometer weiter in östlicher Richtung bis zum Innenhafen von Duisburg und drehen dort an historischer Stelle eine kleine Runde. Seit dem Beginn der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert war der Innenhafen für mehr als einhundert Jahre der zentrale Hafen- und Handelsplatz der Ruhrgebietsstadt. Nur wenige hundert Meter nördlich fließt die Ruhr vorbei, um kurz darauf in den Rhein zu münden.

Seit Mitte der 1960er Jahre verlor der Innenhafen zunehmend an Bedeutung und lag 20 Jahre nahezu brach, bis das Areal ab dem Ende der 1980er Jahre neu entwickelt wurde. Heute gilt der Innenhafen Duisburg als Musterbeispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet mit zahlreichen beeindruckenden Bauten u.a. vom britischen Stararchitekten Lord Norman Foster.

Nicht weit entfernt steht das historische Rathaus von Duisburg am alten Marktplatz, an den sich mit der Königstraße die Haupteinkaufsstraße von Duisburg anschließt. Direkt am heutigen Innenhafen floss viele Jahrhunderte der Rhein vorbei und bildete bis ins 5. Jahrhundert n.Chr. die Grenze zum römischen Reich.

Im frühen Mittelalter befand sich an dieser Stelle ein fränkischer Königshof. Später entstanden dort die alte Duisburger Stadtkirche, die Salvatorkirche, der Burgplatz, die Duisburger Markthalle und die Stadtmauer, die im Bereich des Innenhafens noch heute teilweise erhalten ist.

Etwa im Jahre 1000 n.Chr. verlagerte der Rhein sein Bett westwärts. Die Stadt lag dadurch nicht mehr unmittelbar am Rhein, war jedoch noch für mehrere hundert Jahre über einen schiffbaren toten Rheinarm mit dem Fluss verbunden. Danach wurde aus der ehemals sehr bedeutenden Handelsstadt ein kleines Ackerbürgerstädtchen.

Erst im 19. Jahrhundert war eine Initiative zur Wiederbelebung der Verbindung zum Rhein erfolgreich. Zunächst wurde der Außenhafen vom westlich gelegenen Rhein bis zur heutigen Marientorbrücke gegraben, anschließend wurde die östliche Erweiterung gebaut, der Innenhafen.

Nach dem Ende der fast einhundertjährigen industriellen Nutzung hat sich das Areal in den letzten 25 Jahren zu einem Ort entwickelt, der Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit am Wasser erfolgreich verbindet. Schön, das endlich einmal gesehen zu haben.

( MITI / )

Auf der Halde Rheinpreussen

Die Leuchte auf der Spitze der Halde Rheinpreussen bei Duisburg

Endlich wieder wandern! Nach fast einer Wache mit zahlreichen Weihnachtsfeierlichkeiten und einer großen Weihnachtsparty bei uns zu Hause geht es wieder hinaus in die Natur. Und wir haben sogar schönes Wetter. Wenn auch nur für ein paar Stunden.

Unser Ziel heute ist die Halde Rheinpreussen bei Duisburg mit einem weithin sichtbaren Leuchtturm als Landmarke auf ihrer Spitze. Schon oft habe ich dieses merkwürdige rotleuchtende Objekt von der nahegelegenen Autobahn A42 aus gesehen und mich gefragt, was das wohl ist.

Es handelt sich um den stilisierten Nachbau einer Grubenlampe mit dem Titel „Das Geleucht“, geschaffen vom Künstler Otto Piene, einem der Wegbereiter moderner Lichtkunst. Das Objekt wurde im Jahre 2007 eingeweiht. Seitdem tauchen 35 Leuchtmasten einen Teil der Halde allabendlich in rotes Licht.

Wir parken am Fuß der 74 Meter hohen Halde, die aus dem Abraum der nahen Zeche Rheinpreussen aufgeschüttet wurde. Rheinpreussen war das erste linksrheinische Bergwerk im Ruhrgebiet. Es erstreckte sich auf einer Fläche von rund 90 km² zwischen Duisburg-Homberg und Moers-Rheinkamp und förderte ab dem Jahre 1877 Steinkohle zunächst aus einer Tiefe von rund 130 Metern.

Die Zeche war bis Ende der 1970er Jahre in Betrieb und hatte auf dem Höhepunkt der Förderung Mitte der 1960er Jahre eine Förderleistung von mehr als  vier Millionen Tonnen Steinkohle jährlich bei fast zehntausend Beschäftigten. Nach der Zechenstilllegung wurde die zugehörige Halde als eine der ersten Halden im Ruhrgebiet begrünt.

Auf der Haldenspitze am Geleucht erwartet uns ein fantastischer Panoramablick hinüber nach Duisburg und in das Ruhrgebiet. Wir blicken auf den Rhein und die Mündung der Ruhr, auf die großen Stahlwerke in Duisburg und mehrere Kraftwerke im nördlichen Ruhrgebiet. Von hier sieht man ganz deutlich, wie grün das Ruhrgebiet tatsächlich ist.

Nach dem Abstieg von der Halde umrunden wir den angrenzenden Waldsee mit seinem schönen Uferpfad. Viele Hundehalter sind hier unterwegs und Doxi hat mächtig Spaß dabei, mit einigen ihrer Artgenossen herum zu tollen. Es macht richtig Freude, den Hunden dabei zuzuschauen.

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Im Reichswald Kleve

Sichtachse vom Reichswald über den Tiergarten hinweg in die flache Landschaft des Niederrheins

Puh, ist das ein grauer Tag. Ein Blick auf das Wolkenradar zeigt, dass heute ganz NRW unter einer dicken Wolkendecke und im Nebel liegt. Nur ein ganz kleiner Zipfel am nördlichen Niederrhein bei Kleve soll ab Mittag von den Niederlanden her etwas Sonne abbekommen. Also fahren wird genau dorthin und werden nicht enttäuscht. Denn bis wenige Kilometer vor Kleve herrscht auf den Straßen dichter Nebel – doch dann sind wir plötzlich in der Sonne. Wunderbar!

Ich habe eine 18 Km lange Wanderung durch den Reichswald herausgesucht, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet des Niederrheins, der auch den größten öffentlichen Staatsforst in Nordrhein-Westfalen bildet. Es handelt sich um ein geschlossenes Laubmischwaldgebiet, das überwiegend von seinem Rotbuchen-Bestand dominiert wird und größtenteils unter Naturschutz steht.

Wir starten in der Nähe des Tierparks Kleve und laufen sogleich in den Wald hinein, wobei wir erst einmal ein gutes Stück aufsteigen müssen, denn der Reichswald liegt auf dem Niederrheinischen Höhenzug, der einst von eiszeitlichen Gletschern aufgeschoben worden war. Zahlreiche Erhebungen prägen das Landschaftsbild, viele davon mit Höhen von mehr 50 Metern. Im Westen geht der Reichswald in Waldgebiete der Provinz Gelderland in den Niederlanden über.

Wir laufen zunächst am Waldrand entlang und erreichen bald das große Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges von 1871. Es steht in der Verlängerung der Sichtachse des Prinz-Moritz-Kanals, der unterhalb des Waldes zwischen dem Tiergarten Kleve und dem Festgarten verläuft, So ergibt sich ein wunderbarer Blick in die flache Landschaft.

Dahinter passieren wir einige vorzeitliche Hügelgräber aus keltischer Zeit und laufen bald tiefer in den Wald hinein. An einer sternförmigen Kreuzung von fünf Waldwegen erreichen wir ein Feld von Steinmännchen, Diese kleinen Auftürmungen von Steinen begegnen uns auf Wanderungen immer wieder, doch in solcher Pracht habe ich es noch nirgendwo erlebt. In zwei Gruppen stehen links und rechts des Weges bestimmt einhundert Steinmännchen ganz akkurat aufgeschichtet nahe beieinander. Ein wunderbarer Anblick mitten im Wald.

Wir passieren den Spielberg und kommen bald an einem Ehrenfriedhof für deutsche Gefallene des Zweiten Weltkriegs vorbei. Hinter dem Vossberg erreichen wir den Waldlehrpfad an den „Sieben Quellen“. Dahinter geht es mehrere Kilometer auf schmaler werdenden Pfaden durch den Wald immer geradeaus. Wir umrunden den Stoppelberg und kommen am Neun-Uhren-Berg durch zwei schmale Lichtungen, die offensichtlich für die Jagd geschaffen wurden.

Nun treten wir langsam unseren Rückweg an. Wir laufen durch den Mönchenwald und drehen anschließend in Richtung des Maselbergs ab. Dahinter durchqueren wir eine offene Heidefläche, die früher als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Wir passieren die Donsbrügger Heide hinter dem eingangs erwähnten Ehrenfriedhof und erreichen zwei Kilometer weiter den Sterneberg, eine künstliche Aufschüttung, in der zahlreiche Sichtachsen durch den Wald sternförmig zusammenlaufen.

Nun sind es nur noch tausend Meter bis zu unserem Startpunkt am Waldrand, den wir nach rund viereinhalb Stunden wieder erreichen. Das war wirklich eine lange und sehr schöne Wanderung. Dennoch haben wir höchstens ein Viertel des Reichswaldes durchquert. Da müssen wir auf jeden Fall in Zukunft noch einmal wiederkommen.

[Update vom 19.12.2017: Durch Recherche habe ich herausgefunden, wer die Steinmännchen errichtet hat und sich um ihren Erhalt kümmert. Es ist der Kunstmaler und Buddhist Markus Gern aus Donsbrüggen. Jeden Tag schaut er mit seinem Hund bei den Steinmännchen vorbei und baut oder repariert. Vielen Dank für dieses tolle Naturkunstwerk! ]

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An der Maas bei Arcen

Nach den vielen Regenfällen der letzten Zeit führt die Maas Hochwasser

Hurra, endlich mal wieder Sonne! Nach zwei Wochen Dauergrau zwischen Regen und Schneefall kehren heute die Farben zurück. Wir sind auf einer schönen Wanderung am nördlichen Niederrhein unterwegs, starten am Freizeitzentrum in Walbeck. Durch Laubwald geht es Richtung Westen, wo wir nach etwas mehr als einem Kilometer unbemerkt die Grenze zu den Niederlanden überschreiten. Das fällt erst auf, als es auf dem Straßenschild plötzlich heißt: „Grensweg / Rode Dijk“.

Wir laufen durch die Dorperheide, einem Mosaik aus Seen und Wald, das durch die Sand- und Kiesgewinnung entstanden ist. Viele Wasservögel sind hier beheimatet, aber auch Wildpferde, die wir in einiger Entfernung beim Grasen beobachten können.

Wir kommen durch ein Villengebiet am Rande von Bad Arcen unmittelbar hinter dem Ferienpark „Klein Vink“. Nach der Überquerung der niederländischen Bundesstraße N271 führt unser Weg durch ein landwirtschaftlich geprägtes Gebiet direkt auf die Maas zu. Nach den vielen Regenfällen der letzten Zeit trägt der Fluss zur Zeit Hochwasser. Die Bäume am Flussufer bekommen bereits feuchte Füße.

In Richtung Süden laufen wir an der Maas entlang und durchqueren das alte Ortszentrum von Arcen mit schönen Häusern rund um den Marktplatz und das historische Rathaus. Bald kommen wir am Schloss Arcen mit seinen Schlossgärten vorbei – beides jetzt im Winter leider geschlossen.

Dahinter erstreckt sich das Waldgebiet „Leeremarkse Heide“, das bereits zum Nationalpark Massduinen gehört. Der Wald ist durch Kiefern geprägt, die den sandigen Untergrund lieben. Wir laufen in östlicher Richtung durch den Wald zurück in Richtung Grenze. Noch auf niederländischer Seite kommen wir an Feldern vorbei, auf denen Schnittlauch angebaut und gerade geerntet wird. Das riecht so intensiv! Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, ich hätte ein leckeres Matjesbrötchen unter der Nase und bekomme gleich mächtig Appetit.

Dahinter befindet sich mitten im Wald unmittelbar an der Grenze ein Campingpark, der von auffallend vielen Polen frequentiert wird. Ich vermute, es handelt sich um Landarbeiter, die auf beiden Seiten der Grenze in der Landwirtschaft tätig sind.

Dann geht es bereits auf deutscher Seite noch einen Kilometer durch den Wald, bis wir nach dreieinhalb Stunden und 15 Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt erreichen. Wie schön, dass wir mal wieder etwas Sonne tanken konnten.

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Littardkuhlen – Schaephuyser Höhen

Schloss Bloemersheim im Staatsforst Rheurdt/Littard

Heute waren wir bei plus 2 Grad Celsius im schönsten Schneematsch am nördlichen Niederrhein westlich von Neukirchen-Vluyn unterwegs. Auf dem ersten Stück der 17 Km langen Wanderung folgen wir dem europäischen Wanderweg E8, der von Irland nach Bulgarien führt. Durch dichten Laubmischwald laufen wir im Staatsforst Rheurdt/Littard auf Schloss Bloemersheim zu, das von einem schönen Schlossweiher umgeben ist.

Das heutige Schloss geht auf eine mittelalterliche Fluchtburg zurück, in die sich die Bauern aus der Umgebung in Kriegszeiten flüchteten. Über Jahrhunderte verlief die Grenze zwischen dem Herzogtum Geldern und der Grafschaft Moers mitten durch das Burggelände und die Küche im Haupthaus. Erst unter preußischer Herrschaft wurde der Grenzverlauf im Jahre 1724 so angepasst, dass das gesamte Burggelände zum Fürstentum Moers gehörte.

Hinter Schloss Bloemersheim wandern wir durch die Schaephuysener Heide in den Wald an den Littardkuhlen. Diese schmalen, langgestreckten Seen gehören zur „Niep“, einer verlandeten Altstromrinne des Rheins. Als sumpfige Niederung zieht sie sich von Krefeld nach Vluyn und weiter hinauf bis nach Issum. Entlang der Rinne reiht sich eine Vielzahl kleinerer und größerer Tümpel und Seen aneinander, die durch Bäche und Gräben locker verbunden sind.

An der Meenenkaule verlassen wir den Wald, durchqueren den Ort Rheurdt und steigen am Ortsrand bei der alten Rheurdter Turmwindmühle hinauf auf die Rheurdter Höhen. Gemeinsam mit den sich anschließenden Schaephuysener Höhen bilden sie eine der wenigen natürlichen Erhebungen in der flachen Landschaft des Niederrheins, entstanden als eine Endmoräne in der Saaleeiszeit.

Wir folgen dem schmalen Höhenrücken in südlicher Richtung, vorbei am Schardenberg, Saelhuyser Berg und Hahnenberg bis zum Windberg, wo wir in östlicher Richtung abdrehen und erneut auf den Europäischen Wanderweg E8 treffen. Dann geht es wieder in den Staatsforst Rheurdt/Littard hinein, wo wir nach knapp vier Stunden erneut unseren Ausgangspunkt erreichen.

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Durch den Schnee von Büttgen nach Neuss

Doxi liebt den Schnee – und ihre Stöckchen

Schneechaos im Rheinland. Über Nacht hat es auch in den tiefen Lagen richtig fett geschneit. Auf den Autobahnen geht nicht mehr viel. Deshalb machen wir uns am Morgen von zu Hause zu einer 20 Km-Wanderung in unserer Region auf.

Wir laufen von Büttgen nach Neuss, folgen zunächst dem Nordkanal durch den Neusser Stadtpark und biegen dann zum Neusser Münster ab, um einen kurzen Blick auf den Weihnachtsmarkt zu werfen. Anschließend geht es zum Obertor, dem letzten erhaltenen der sechs mittelalterlichen Stadttore von Neuss.

Kurz dahinter treffen wir auf das jüngst rekonstruierte „Epanchoir“, einer wasserbautechnischen Meisterleistung aus napoleonischer Zeit, als der im Auftrag des französischen Kaisers errichtete Nordkanal eine Wasserverbindung von Neuss am Rhein nach Antwerpen schaffen sollte, um England zu schwächen.

Wir folgen der Obererft in Richtung Neuss-Selikum, überqueren auf einer unglaublich steilen und heute sehr rutschigen Fußgängerbrücke die Eisenbahnstrecke Neuss-Köln und biegen bald auf den mittelalterlichen Eselspfad ein, der uns wieder Richtung Norden führt. Durch die Felder bei Neuss-Grefrath laufen wir zurück nach Büttgen, wo wir nach fünf Stunden wieder unser Zuhause erreichen.

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Grafenberg – Aaaper Wald – Knittkuhl

Blick auf die Galopprennbahn Grafenberg

Heute waren wir am nordöstlichen Rand von Düsseldorf an der Grenze zu Ratingen und Mettmann unterwegs. Wir starten am Wanderparkplatz nahe der Rennbahn Grafenberg und laufen gleich in den Aaper Wald hinein, wo an diesem Donnerstagvormittag nach meinem Geschmack unglaublich viele Menschen mit ihren Hunden und ihren Pferden unterwegs sind. Aber vielleicht ist das hier immer so, weil die Großstadt Düsseldorf in Relation zu ihrer Einwohnerzahl über sehr wenig Waldfläche verfügt.

Wir steigen durch den Wald zum Gut Wolfsaap hinab, laufen durch ein kleines Tal und kommen am Waldcafé „Bauenhaus“ vorbei. Über den Mauspfad, einer mittelalterlichen Handelsroute, steigen wir alsbald wieder auf die Höhen mit Blick in Richtung Ratingen hinauf. Auf der Höhe kommen wir an Gut Knittkuhl vorbei und biegen in Richtung des Hofes Grüters Aap ab,

Dahinter erreichen und überqueren wir ein großes Wiesengelände, das früher als Truppenübungsplatz diente und heute in der Saison vom Düsseldorfer Aero-Club als Segelflugplatz genutzt wird. Dem Wanderweg A4 folgend, steigen wir ins Pillebachtal hinab, wo sich Doxi erst einmal an einem kleinen Teich stärkt. Wir passieren Gut Grosseforst und dahinter die ersten Häuser am Rand von Düsseldorf-Gerresheim.

Wieder geht es in den Wald und am Wildpark Grafenberg vorbei. Leider haben Hunde dort keinen Zutritt. Wir erreichen den Rand des Golfplatzes und laufen bald zwischen dem Golfplatz auf der rechten Seite und der Rennbahn auf der linken auf das von einem großen Park umgebene Haus Roland zu. Hier stand seit dem Spätmittelalter das Barock-Schloss Roland, das im Jahre 1883 einem repräsentativen Neubau im Stile des Historismus weichen musste.

Kurz darauf erreichen wir nach knapp drei Stunden und elf Wanderkilometern wieder unseren Startpunkt am Rande der Grafenberger Galopprennbahn. Schon oft habe ich mich gefragt, wie es im Aaper Wald und rund um die Rennbahn Grafenberg wohl ausschauen mag. Jetzt weiß ich es.

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Von Mülheim um die Sechs-Seen-Platte

Am Wildförstersee

Unsere heutige Wanderung führt uns in das Waldgebiet zwischen Mülheim und Duisburg, das von der Autobahn A3 durchschnitten wird. Wir starten an einer kleinen Waldsiedlung in der Saarner Mark mit dem schönen Straßennamen „Weidmannsheil“ und laufen durch den Steinder Forst in Richtung Westen.

An der Autobahnraststätte Entenfang überqueren wir die A3 und laufen durch den Alteichelskamp auf das große Bahnwerk am Rande von Duisburg zu. Hier werden Bahnschienen und Bahnschwellen in großer Menge gelagert und verladen.

Durch die Grindsmark laufen wir entlang das Haubachs nun auf die Sechs-Seenplatte zwischen den Duisburger Stadtteilen Groeenbaum und Wedau zu. Zunächst kommen wir an einem großen Nudisten-Campingplatz im Wald vorbei, dem „LBN Duisburg“.

Wir wandern am Haubachsee vorbei und umrunden gerade den Wildförstersee, als unter enormem Getöse ein Rettungshubschrauber über dem angrenzenden Böllertsee hereinschwebt und in tiefem Flug zwischen mehreren großen Gebäuden verschwindet. Später sehe ich, dass es sich dabei um die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Duisburg handelt.

Wir laufen weiter und kommen am Freibad Wolfssee vorbei, bevor wir in südwestlicher Richtung abdrehen. Über eine hochgezogene Fußgängerbrücke queren wir am Sportboothafen den Übergang zwischen dem Masurensee und dem Wolfssee und erreichen am Haltepunkt Duisburg-Entenfang die große Eisenbahn-Werkstatt der DB. In einer Art überdimensionalem Sandkasten erlernt dort gerade eine Gruppe künftiger Gleisbauer das Pflastern.

Wir wandern am großen Campingplatz „Entenfangsee“ vorbei und überqueren erneut die Autobahn A3, um wieder in die Saarner Mark zu gelangen. Entlang des Rottbachs laufen wir zu unserem Startpunkt zurück, den wir nach dreieinhalb Stunden und 15 Wanderkilometern wieder erreichen. Oft schon habe ich die Duisburger Seen auf der Karte gesehen. Jetzt waren wir endlich einmal dort.

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Auf der Fischbachhöhe bei Bergheim

Güterzug mit Braunkohle für die Kraftwerke Oberaussem, Neurath bzw. Frimmersdorf am Rande der Fischbachhöhe

Was ist denn das für ein Wetter heute? Es will gar nicht richtig hell werden. Trotzdem brechen wir am Morgen zu einer Wanderung am Rande von Bergheim-Oberaußem auf. Unser Ziel ist die Fischbachhöhe, eine der künstlichen Höhe des Rheinischen Braunkohlereviers, die den Abraum aus dem Braunkohletagebau aufnehmen.

Wir starten am Haller Hof unterhalb der Glessener Höhe, die unmittelbar an die Fischbachhöhe grenzt. Die beiden Höhen werden durch eine zweigleisige Eisenbahnstrecke getrennt, die ausschließlich der Versorgung der Braunkohlekraftwerke Oberaußem, Neurath und Frimmersdorf mit Brennstoff dient.

Über mehrere Kilometer laufen wir immer geradeaus am Rande der in das Gelände versenkten Bahnstrecke entlang. Im Viertelstundentakt hören wir die schweren Güterzüge mit Braunkohle an uns vorbeifahren.

Dann steigen wir auf die Fischbachhöhe auf, deren Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Außerdem ist hier ein Neubau des Gestüts Schlenderhan angesiedelt, dem ältesten privaten Rennstall in Deutschland. Wir überqueren die mehr als drei Kilometer lange Hochfläche und steigen anschließend wieder zur Bahnstrecke zwischen der Glessener Höhe und der Fischbachhöhe hinab.

Nach drei Stunden und rund 13 Kilometern Wanderstrecke erreichen wir schließlich wieder unseren Start- und Zielpunkt am Haller Hof. Kurz vor dem Parkplatz treffen wir auf einen Hovawart-Rüden, den Doxi gleich enthusiastisch zum Spielen auffordert. Und der Herr lässt sich nicht lange bitten. Unsere einzige Begegnung mit anderen Spaziergängern auf der gesamten Tour.

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Duisburg: Alte und neue Hüttenwerke

Der Landschaftspark-Nord in Duisburg

Heute waren wir im Norden von Duisburg zwischen dem Landschaftspark an der 1985 stillgelegten Meidericher Eisenhütte und dem modernen Stahlwerk von Thyssen-Krupp im Stadtteil Bruckhausen unterwegs.

Der mehr als 200 Hektar große Landschaftspark-Nord bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Klettern in alten Erzbunkern und Tauchen in einem früheren Gasometer. Er dient darüber hinaus als Spielstätte für vielfältige Kulturveranstaltungen. Abends verwandelt eine Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park das ehemalige Hüttenwerk in ein buntes Lichtspektakel.

An schönen Tagen ist hier jede Menge los, denn der Landschaftspark-Nord ist nach dem Kölner Dom die meist besuchte Sehenswürdigkeit in Nordrhein-Westfalen. Doch an diesem verregneten Dezember-Morgen haben wir den Park fast für uns alleine.

Wir folgen dem Flussbett der Alten Emscher durch den Landschaftspark, laufen an dem seit 2014 geschlossenen und im Juni 2017 abgebrannten Delta-Musikpark vorbei und durchqueren das Gelände der ehemaligen Zeche Friedrich Thyssen 4/8. Die Grube lieferte früher die Kohle und den Koks für das alte Meidericher Stahlwerk und wurde im Jahr 1959 als erste Großschachtanlage im Ruhrgebiet stillgelegt. Heute erinnert auf dem Gelände fast nichts mehr daran, dass hier mehr als 60 Jahre eine Zeche stand.

Nach einer längeren Passage durch ehemalige Zechensiedlungen erreichen wir das Gelände des modernen Stahlwerks von Thyssen-Krupp in Duisburg-Bruckhausen. Hier beginnt unser Rückweg durch Parks und dicht besiedelte Stadtteile zum Landschaftspark-Nord, den wir nach dreieinhalb Stunden und 13 Wanderkilometern wieder erreichen.

Es war wirklich kein schönes Wanderwetter heute und die Tour hatte für meinen Geschmack etwas zu viel Asphalt, aber egal. Es ist auf jeden Fall interessant, diese Gegend einmal gesehen zu haben. Denn vieles hat hier hat sich noch immer den Schimanski-Charme der Achtziger Jahre erhalten.

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Stadtwanderung durch Köln

Die Kranhäuser am Alten Hafen von unten

Schon drei volle Tage waren wir nicht mehr wandern. Das geht ja gar nicht 🙂 Doch für die Eifel oder das Bergische ist das Wetter zu kalt, zu feucht und zu diesig. Also brechen wir zu einer großen Stadtwanderung durch Köln auf.

Wir starten in Köln-Nord am prall gefüllten Wohnmobil-Stellplatz kurz hinter der Mühlheimer-Brücke und laufen zunächst sieben Kilometer immer am Rhein entlang bis nach Köln-Süd. Dann geht es durch die Stadt zurück.

Ich kann gar nicht fassen, wie viele Weihnachtsmärkte es hier gibt: Am Alten Hafen, am Heumarkt, in der Altstadt, vor dem Dom – und das waren sicher noch nicht alle. Und überall ist an diesem Samstagmittag richtig was los, Wahnsinn. Nur gut, dass man immer außen herumlaufen kann, um den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen.

So schlendern wir mehr als 4 Stunden durch Köln, entdecken das Eine oder Andere, was wir noch nicht kannten, und legen am Ende mehr als 16 Kilometer zurück. Eine feine Tour.