Von Dreiborn nach Erkensruhr

Dreiborn, 9. April 2018

Mit Doxi auf der Dreiborner Hochfläche

Letzter Tag unserer kleinen Womo-Frühlingstour in den Nationalpark Eifel. Am Morgen fahre ich mit dem Womo von Gemünd hinauf nach Dreiborn zur Dreiborner Hochfläche. Vom Rande der Hochfläche starten wir zu einer zehn Kilometer langen Wanderung hinunter ins Tal der Erkensruhr zur kleinen Siedlung Hirschrott.

Der Himmel ist bedeckt, aber die Luft ist warm. Überall liegt Vogelgezwitscher in der Luft und an den Bäumen und Sträuchern auf der Hochfläche öffnen sich die ersten Knospen. An einer größeren Fütze auf dem Weg kann ich beobachten, wie das Leben nach dem langen Winter zurückkehrt: Es wimmelt von Wasserläufern, ich sehe Molche und Frösche, von denen einige bereits von Vögeln erbeutet und halb aufgefressen am Rande der Fütze zurückgelassen wurden.

Von der Hochfläche geht es steil bergab an dem letzten Bauerngehöft innerhalb des Nationalparks vorbei, das noch bis 2009 bewohnt war und nun langsam von der Natur zurückerobert wird. Rund um das verfallene Bauernhaus entdecke ich die ersten Flächen mit wilden Narzissen, die bereits blühen.

Auf einer Infotafel an dem verlassene Gehöft Leykaul erfahre ich, woher der Familienname „Dardenne“ stammt, der mir hier so oft begegnet. Es sind die Nachfahren von Schiefer-Brechern, die einst aus den Ardennen eingewandert sind, nachdem sich der Schieferabbau in ihrer Heimatregion nicht mehr lohnte. Es waren die Menschen aus den Ardennen: D’Ardenne.

Unten im Tal der Erkensruhr stoße ich auf die Überreste des 1948 eingestellten Schieferbergbaus. Mehrere Stolleneingänge sind mit Eisengittern gesichert und werden in der kalten Jahreszeit von Fledermäusen bewohnt.

Die Erkensruhr ist ein Nebenfluss der Ruhr, die wenige Kilometer weiter bei Ruhrberg in die Ruhr und mit ihr in den Ruhrsee mündet. Das Tal von Erkensruhr ist ein Nebental des Ruhrtals. Die Siedlung Hirschrott bildet das bewohnte Ende dieses Tals und gehört zur Gemeinde Erkensruhr.

Von Hirschrott aus beginnen wir unseren Wiederaufstieg auf die Dreiborner Hochfläche über einen jahrhundertealten Hohlweg, der sich tief in den Waldboden eingegraben hat. Über die Hochfläche mit weiten Blicken in das Ruhrtal und hinüber zum Kermeter geht es schließlich zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach etwas mehr als drei Stunden wieder erreichen. Eine wirklich sehr schöne und landschaftlich abwechslungsreiche Tour, die ich gerne irgendwann einmal wieder laufen möchte.

( MITI )