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Zehn Tage in der Hohenlohe

Zehn Tage in der Hohenlohe
3. Juni 2017

Vom Rand der Löwensteiner Berge bieten sich fantastische Fernsichten

Auf diese Womo-Tour mit Doxi hatte ich mich lange schon gefreut: Zehn Tage waren wir im Nordosten von Baden-Württemberg zwischen Heilbronn und Rothenburg ob der Tauber unterwegs. Die Hohenlohe ist die Kornkammer des Landes, eine fruchtbare Region zwischen den Flüssen Jagst und Kocher mit vielen Burgen, Klöstern, mittelalterlichen Städten und wunderschönen Wäldern und Weinbergen. Leider ist es auch eine äußerst zeckenreiche Gegend, aber das ist ein anderes Thema.

Wir waren in Möckmühl, Widdern, Jagsthausen, Forchtenberg, Waldenberg, Vellberg, Ellwangen, Pfedelbach, Öhringen, Untersteinbach, Löwenstein, Beilstein, Heilbronn und im Zentrum des Bausparglaubens: in Schwäbisch Hall.

Bei wunderschönem, teilweise fast zu warmen Wetter, sind wir 270 Kilometer gewandert, haben so manchen Berg bestiegen und viele Bäche gequert, was nicht immer ganz einfach war.

Hier haben wir haben bei dieser Tour mit dem Wohnmobil gestanden:

OrtBezeichnungAnfahrtPreisSt
Beilstein
Zehn Tage in der HohenloheParkbuchten an der Straße gegenüber des Fußballplatzes.
Parkplatz am Fußballplatz Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzAlbert-Einstein-Str. 20
71717 Beilstein
0€Zehn Tage in der HohenloheStrom verfügbar
Ellwangen
Zehn Tage in der HohenloheKostenloser Parkplatz am Wellenbad nahe des Festplatzes und der Innenstadt.
Parkplatz am Wellenbad Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzRotenbacher Str. 37
73479 Ellwangen (Jagst)
0€
Forchtenberg
Zehn Tage in der HohenloheGroßer PKW-Parkplatz am Rande der Innenstadt direkt an der Koche mit schönem Blick ins Grüne.
Parkplatz an der Kocher Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzAm Bahnhof 5
74670 Forchtenberg
0€
Heilbronn
Zehn Tage in der HohenloheToller kostenloser Stellplatz direkt am schönen Wertwiesenpark. Nicht weit zur Innenstadt.
Stellplatz am WertwiesenparkNeckarhalde/Wertwiesenpark
74074 Heilbronn
0€Zehn Tage in der HohenloheStrom verfügbar
Jagsthausen
Zehn Tage in der HohenloheBusparkplatz an der Gützenburg. Abends stören Womos dort nicht. Alternative: Parkplatz am Tennisplatz/Sportplatz (In den Steinäckern 3, 74249 Jagsthausen)
Busparkplatz am Ortsausgang / Götzenburg Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzIm Mirabellengarten 10
74249 Jagsthausen
0€
Löwenstein
Zehn Tage in der HohenloheGroßer Asphaltparkplatz an einer Bundesstraße. Bikertreff mit Imbiss. Nicht weit vom Ortszentrum entfernt. Dahinter ein Schotterparkplatz mit traumhaften Ausblick in die Ebene unterhalb von Löwenstein.
Parkplatz Löwensteiner Platte an der B39 Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzPlateauweg
74245 Löwenstein
0€
Möckmühl
Zehn Tage in der HohenloheSchulparkplatz oberhalb von Möckmühl mit schönem Blick hinunter in den Ort. Einige Parkplätze für Womos reserviert.
Stellplatz am HallenbadJohann-Sebastian-Bach-Str 3
74219 Möckmühl
0€
Pfedelbach
Zehn Tage in der HohenloheÖffentlicher Parkplatz an Sportplatz und Schule. Nicht für lange Womos geeignet.
Parkplatz am Sportplatz Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzWeststr 37
74629 Pfedelbach
0€
Schwäbisch Hall
Zehn Tage in der HohenloheGroßer Schotterplatz am Rande der Altstadt direkt an der Kocher und unterhalb des Klosters Großcomberg.
Festplatz an den KocherauenSteinbacher Str. 57
74523 Schwäbisch Hall
0€
Untersteinbach
Zehn Tage in der HohenloheKostenloser Stellplatz auf dem Freibad-Parkplatz am Ortsrand im Grünen.
Parkplatz am FreibadFreibadweg 15
74629 Pfedelbach
0€
Vellberg
Zehn Tage in der HohenloheSchöner kleiner Stellplatz unterhalb der historischen Stadtmauer direkt an der Altstadt.
Stellplatz am BurggrabenAm Zwinger
74541 Vellberg
0€Zehn Tage in der HohenloheStrom verfügbar
Waldenburg
Zehn Tage in der HohenloheÖffentlicher Parkplatz hinter Mehrzweckhalle und kleinem Park. An Wochenenden und in den Schulferien nicht viel los.
Parkplatz hinter Mehrzweckhalle Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzHauptstraße 101
74638 Waldenburg
0€
Widdern
Zehn Tage in der HohenloheParkplatz auf Rasenfläche direkt an der Jagst hinter der ev. Kirche.
Parkplatz hinter der ev. Kirche Zehn Tage in der Hohenlohekein offizizeller StellplatzHauptstraße 2
74259 Widdern
0€
( MITI )

Panoramawanderung östlich von Heilbronn

Panoramawanderung östlich von Heilbronn
Heilbronn, 3. Juni 2017

Blick hinunter in den Talkessel von Heilbronn

Huch, hier war ich doch schon einmal!? Zum zweiten Mal in diesem Jahr habe beim Wandern ein Deja-Vu. Nachdem ich mit Doxi aus der Innenstadt von Heilbronn auf den Bergzug östlich der Stadt gestiegen bin, kommt mir der Ausblick in den Talkessel von Heilbronn plötzlich so bekannt vor. Und dass, obwohl ich zum ersten Mal in der Stadt bin.

Beim Studium der Umgebungskarte wird mir der Zusammenhang klar: Gleich nebenan, auf der anderen Seite des Höhenzuges, liegt die Stadt Weinsberg, wo ich im letzten Jahr war. Damals bin ich von dort gekommen und haben dann an der gleichen Stelle gestanden, wie jetzt. Ich erinnere mich noch genau an diese Wanderung. Das ist ja lustig.

Auch jetzt folge ich wieder dem Hauptkamm des Höhenzuges zunächst zur Waldgaststätte Jägerhaus. Denn geht es ein Stück über den Walderlebnispfad. Von weitem höre ich in regelmäßigen Abständen Schüsse, die mit jedem Schritt lauter werden. Bald sehe ich ein Schild: Vorsicht, Schießstand. Eine gute Übung für Doxi. Sie bleibt ganz cool.

Weiter geht es über den Skulpturenpfad durch den Wald, an einem kleinen See vorbei, und dann am Waldrand durch die Weinberge hinunter nach Heilbronn. Als wir nach vier Stunden wieder unseren Stellplatz am Wertwiesenpark in Heilbronn erreichen, liegen 16 Wanderkilomter und eine wichtige Erkenntnis hinter uns: Manche Orte sieht man im Leben eben zweimal, auch wenn man sich ihnen aus einer ganz anderen Richtung nähert.

( MITI )

Ein Park für Jung und Alt

Ein Park für Jung und Alt
Heilbronn, 2. Juni 2017

Blick über die große Rasenfläche im Wertwiesenpark

Wir stehen mit dem Womo am Wertwiesenpark in Heilbronn, einem Gelände am Neckar, das 1985 zur Landesgartenschau entstanden ist, und bei schönem Wetter von den Bürgern der Stadt intensiv genutzt wird. Mit einer Fläche von 15 Hektar ist der Park gar nicht übermäßig groß, aber doch sehr kunstvoll angelegt.

Es gibt große Wiesenflächen, Wasserflächen, Spielplätze, Pavillons, einen Skultpurengarten und botanische Ecken, darunter auch einen wunderschönen Rosengarten. Gefällt mir wirklich sehr gut dieser Park. So etwas hätte ich auch gerne bei mir zu Hause.

( MITI )

Von Heilbronn zur Burg Stettenfels

Von Heilbronn zur Burg Stettenfels
Heilbronn, 2. Juni 2017

Blick von Untergruppenbach hinauf zur Burg Stettenfels (Foto A. Grünberger | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Zehn Kilometer östlich von Heilbronn liegt die hervorragend erhaltene Burg Stettenfels auf einem Bergsporn am Übergang zwischen der Hohenlohe und dem Neckartal. Als ich gestern nach Heilbronn hinein gefahren bin, habe ich die imposante Burganlage schon von weitem gesehen.

Heute Morgen bin ich mit Doxi dann von unserem Womo-Stellplatz am Wertwiesenpark in Heilbronn zur Burg gewandert. Die ersten drei Kilometer ging es durch die Stadt, dann durch Weinberge und schönen Wald zunächst hinauf bis zum Schweinsberg, der von einem steinernen Aussichtsturm gekrönt wird.

Anschließend wanderten wir talwärts bis nach Untergruppenbach am Fuße der Burg. Unterwegs stießen wir am Wegesrand mehrmals auf große Holzfiguren von Förstern, Schäfern und Waldarbeitern, die mit geschickter Hand kunstfertig aus Baumstämmen herausgearbeitet wurden. Musste ich natürlich gleich fotografisch festhalten …

Oben auf der Burg angekommen, konnten wir einen weiten Blick in die Landschaft genießen. Die Burg wurde im 11. Jahrhundert erbaut und wechselte im Laufe ihrer Geschichte häufig den Besitzer. 1551 erwarb Anton Fugger, ein Neffe Jakobs des Reichen, die Burg. Sein Sohn Hans Fugger ließ die Anlage 1576 zu einem Renaissanceschloss umbauen.

Die Burg ist von einem breiten Burggraben mit drei alten Wehrtürmen umgeben. Über eine massive Brücke gelangt man durch ein Torhaus in den Innenhof, der dreieckig von den verschiedenen Wohngebäuden der Burg umschlossen wird. Im Innenhof befindet sich der Brunnen der Burg. Jenseits des Burggrabens schließt sich östlich der Burganlage ein historisches Wirtschaftsgebäude an, außerdem eine moderne Gastronomie.

Heutzutage ist die Burg öffentlich zugänglich und wird bewirtschaftet. Es finden Konzerte, Theaterveranstaltungen und mittelalterliche Burgfeste mit Ritterturnieren, Gauklern, Musik und Handwerkern statt. Genau heute bei unserem Besuch war die Burg jedoch geschlossen. Doch ich hatte Glück: Als ein Mitarbeiter das große eiserne Burgtor aufschloss, konnte ich kurz hineinhuschen und freundlicherweise einige Fotos vom Innenhof aufnehmen.

Nach unserem Besuch der Burg wanderten wird durch den Wald am Bergkamm Richtung Norden nach Obergruppenbach, wo sich im Wald ein großes NATO-Tanklager befindet. Dann wendeten wir uns wieder Richtung Schweinskopf.

Der Weg war am Ende doch etwas länger als gedacht: Fast sechs Stunden waren wir unterwegs und haben 25 Kilometer zurückgelegt. Aber so ist das, wenn man freestyle wandert. War auf jeden Fall eine sehr schöne Tour und wir hatten Glück, dass es bewölkt war, denn sonst wäre es uns unterwegs sicher zu heiß geworden.

( MITI )

Heißes Heilbronn

Heißes Heilbronn
Heilbronn, 1.06.2017

Das Alte Rathaus am Marktplatz von Heilbronn

Heilbronn, wir kommen! Nach unserer Wanderung bei Bielstein fahren wir am Nachmittag ins 15 Kilometer entfernte Heilbronn weiter. Es ist wieder unglaublich heiß. Glücklicherweise erwischen wir auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz am Wertwiesenpark einen Schattenplatz unter einem großen Baum.

Am frühen Abend ist es immer noch zu heß für einen Spaziergang mit Doxi. Also schwinge ich mich aufs Fahrrad und starte eine Entdeckungstour durch die Innenstadt. Wenn man sich Heilbronn von Osten aus der Hochebene der Hohenlohe nähert, wirkt die Skyline wie die einer langweiligen Industriestadt. Doch aus der Nähe betrachtet ist die Stadt am Neckar ganz hübsch und voller junger Leute.

( MITI )

Wandernavi, rette mich!

Wandernavi, rette mich!
Beilstein, 1.06.2017

Blick durch die Weinberge auf Schmidthausen bei Beilstein

Wir praktisch ist es doch, wenn man mit Wandernavi durch die Gegend läuft: Man muss keine Karten oder Wanderführer studieren, wird immer auf den richtigen Weg (zurück-) geführt und kann sich mühelos Abkürzungen suchen, Noch dazu kennt das Gerät selbst die kleinsten Wald- und Feldwege, und das nicht nur in Deutschland.

Heute hat mir mein „Teasi“ mal wieder wunderbar geholfen, als sich unsere Wanderung rund um Beilstein (Rother Wanderführer „Hohenlohe“, Tour 1) als zu „sonnenverwöhnt“ entpuppte. Anstelle der schattenarmen Passagen durch die Weinberge habe ich diese Teilstrecken mit Hilfe der exakten Karten in meinem Wandernavi durch nahegelegene, schattige Waldwege umgangen.

Trotzdem konnten wir immer wieder zu unserer Tour zurückkehren. Dadurch hatte Doxi viel weniger Stress in der Sonne und mir hat das Mehr an Schatten auch gutgetan. Dafür liebe ich mein Wandernavi. Vielen Dank, liebes Teasi!

( MITI )

Abendwanderung rund um Löwenstein

Abendwanderung rund um Löwenstein
Löwenstein, 31.05.2017

Vom Rand der Löwensteiner Berge bieten sich fantastische Fernsichten

Nachdem wir am Morgen wunderschön bei Untersteinbach gewandert sind und dort auch den Nachmittag verbracht haben, fahren wir am frühen Abend nach Löwenstein weiter, wo wir auf einem Waldparkplatz am Naturschutzgebiet Bleichensee einen ruhigen Stellplatz für die Nacht finden.

Für unsere Abendwanderung folgen wir der Tour 5 aus dem Rother Wanderführer „Hohenlohe“, die praktischerweise direkt an unserem Stellplatz vorbei führt.  Die Route leitet uns in einer schönen Runde durch die Wälder und die Weinberge rund um Löwenstein und dann auch nach Löwenstein selbst und zur Burgruine Löwenstein oberhalb des Ortes.

Löwenstein liegt im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge oberhalb des Sulmtales am Rand der nach ihr benannten Löwensteiner Berge, rund 25 Kilometer von Heilbronn entfernt. Vom Ortsrand und von der Burgruine aus hat man einen fantastischen Fernblick in das Sulmtal und die Hohenlohe.

Am Fuße der Berge liegt der Breitensee, der in den 1970er Jahren zum Schutz des Sulmtals vor Überschwemmungen geschaffen wurde und heute ein überregional bedeutendes Freizeitgebiet, darstellt.

Burg Löwenstein, das Wahrzeichen des Ortes, wurde 1090 von den Grafen von Calw als Verwaltungsmittelpunkt am Salzhandelsweg von Heilbronn nach Hall erbaut. Eine auf der Burg sitzende Seitenlinie der Calwer Grafen nannte sich „Grafen von Löwenstein“ und wurde 1123 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Name Löwenstein geht auf das Wappenbild der Calwer Grafen zurück, das einen auf einem Dreiberg stehenden Löwen zeigt

Im Zweiten Weltkrieg wurde Löwenstein am 14. April 1945 durch einen alliierten Fliegerangriff zu drei Vierteln zerstört. Zu den Verlusten zählte auch das historische Schloss Löwenstein, das einst unterhalb der Burg stand.

Ich hatte schon gelesen, dass Löwenstein aufgrund seiner Lage ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt in der Region ist, aber so beeindruckend hatte ich mir die Fernsicht nicht vorgestellt. Schön, dass wir es hierhin geschafft haben.

( MITI )

Vom Ohrntal in den Mainhardter Wald

Vom Ohrntal in den Mainhardter Wald
Untersteinbach, 31.05.2017

Rehe ohne Scheu in einem Freigehege im Mainhardter Wald

Wie schön, dass es heute nicht mehr ganz so heiß werden soll. Von Pfedelbach fahren wir am Morgen in das zehn Kilometer entfernte Ohrntal. Dort brechen wir bei Untersteinbach zu einer 18 Kilometer langen Wanderung auf.

Dabei geht es zunächst durch die Weinberge oberhalb von Untersteinbach. Dann steigen wir in das Tal hinab, überqueren die Ohrn und steigen auf der anderen Talseite hinauf in die Ausläufer des Mainhardter Waldes.

Bald erreichen wir die steinernen sechseckigen Fundamente, auf dem einstmals ein römischer Wachturm als Teil des obergermanischen Limes an aussichtsreicher Stelle stand. Heute von Bäumen umgeben, konnte man von dort weit in die Hohenloher Ebene hineinblicken.

Fast achtzig Kilometer zog sich der Limes in dieser Region schnurgerade durch die Landschaft – eine Meisterleistung römischer Vermesser und Ingenieure. Wenige Meter weiter am Waldrand befindet sich heute ein Limes-Aussichtspunkt, der einen überwältigen Blick auf die Landschaft freigibt.

Wir laufen weiter durch den Wald kommen am Jägerhof Ungerer vorbei, wo in einem Freigehege mehr als 30 Rehe weiden. Einige sind ganz zutraulich und kommen neugierig auf uns zu. Wenig später passieren wir den schönen Gleichener See und stoßen dann auf die Freizeitanlage „Forellenparadies“, wo Angler an Wochenenden und Feiertagen ihr Glück finden.

Wir verlassen den Wald, laufen zur kleinen Siedlung Frohnhals und kommen dahinter wieder in den Wald. Nun geht es auf schmalen und rutschigen Pfaden steil bergab ins Ohrntal. Im Mühlengrund erreichen wir den kleinen Ort Schuppach, queren erneut die Ohrn und wandern über den letzten Berg der Tour zurück nach Unterbach, wo wir nach fünfeinhalb Stunden wieder eintreffen.

In unserem Wanderführer ist die Tour als besonderer Tipp markiert, und ich finde, das hat sie auch verdient – sehr abwechslungsreich und mit vielen schönen Blicken in die liebliche Landschaft rund um das Ohrntal.

( MITI )

Historisches Öhringen

Historisches Öhringen
Öhringen, 30. Mai 2017

Am Marktplatz im historischen Zentrum von Öhringen

Öhringen ist eine Stadt im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, etwa 25 km östlich von Heilbronn gelegen. Nach ersten Besiedlungen in römischer und vorrömischer Zeit entwickelte sich die am Limes gelegene Stadt ab dem 11. Jahrhundert, insbesondere mit der Stiftung eines Chorherrenstifts, zur Residenzstadt der Fürsten zu Hohenlohe.

Als ich mich mit Doxi dem historischen Zentrum von Öhringen nähere, fällt mir als erstes ein ganz besonderes Kunstwerk am Straßenrand auf: Ein trashig bemalter und mit ausgewähltem Gerümpel ausstaffierter Opel Ascona, der trotz seines abgerissenen Erscheinungsbildes mit einem gültigen KFZ-Kennzeichen aufwarten kann. Chapeau, denke ich, wie der Besitzer den wohl durch den TÜV gebracht hat.

Wir laufen durch den Hofgarten am Hoftheater vorbei und blicken über eine große Sichtachse im Park zum Schloss hinüber, dessen Rückseite wir über eine große Treppe erreichen. Auf der Vorderseite erstreckt sich der historische Marktplatz mit der evangelischen Stiftskirche St. Peter und Paul. Die spätgotische, dreischiffige Hallenkirche wurde von 1454 bis 1497 errichtet.

Rund um den Marktlatz haben sich zahlreiche historische Bauten aus verschiedenen Epochen erhalten – teilweise Fachwerk, teilweise im Barockstil und auch Neo-Klassisch. Das ergibt einen interessanten Stilmix. Eine echte Überraschung, dieses Öhringen.

( MITI )

Landesgartenschau Öhringen

Landesgartenschau Öhringen
Öhringen, 30. Mai 2017

Im Stadtpark von Öhringen

Am Abend laufe ich mit Doxi von Pfedelbach ins zwei Kilometer entfernte Öhringen. Schon von weitem sind die Türme der evangelischen Pfarrkirche auszumachen, die ich im Zentrum der großen Kreisstadt vermute. Das ist unsere Zielrichtung.

Bald erreichen wir den Fluss Ohm, der offensichtlich ins Zentrum führt Mir fällt auf, wie aufwändig die Grünanlagen gestaltet sind. Da hat die Stadt offensichtlich richtig Geld in die Hand genommen. Und das kann noch gar nicht so lange her sein, denn alles sieht total frisch und gepflegt aus. Bald schon klärt mich eine Infotafel am Fluss auf: Öhringen war im letzten Jahr Austragungsort der Landesgartenschau von Baden-Württemberg. Alles klar 🙂

Dem Fluss folgend, erreichen wir die Parkanlagen am Rande des historischen Zentrums. Wasserspiele, Gartenkunst, Vogelvolieren unter Baumriesen, ein Meer aus blühenden und exotische Pflanzen – es ist alles vorhanden, was man von einer Gartenschau erwartet. Ich bin ganz begeistert. Damit hatte ich nicht gerechnet.

( MITI )

Am Schloss Pfedelbach

Am Schloss Pfedelbach
Pfedelbach, 30.05.2017

Schloss Pfedelbach, erbaut von 1568 bis 1572 Ansicht von Süden.

Wir sind weiterhin in der Hohenlohe unterwegs. Von Ellwangen sind wir rund 50 Kilometer nach Westen bis nach Pfedelbach gefahren. Die Gemeinde im Hohenlohekreis liegt rund 2 km südlich der großen Kreisstadt Öhringen. Durch Pfedelbach verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes, der seit 2005 auf der Welterbeliste der UNESCO steht.

Um 159 n. Chr. verlagerten die Römer ihre Grenze vom Neckar-Odenwald-Limes (Ältere Odenwaldlinie) etwa 30 km in östliche Richtung. Die neue Limeslinie führte, von Öhringen kommend, zwischen Pfedelbach und Oberohrn quer durch Baierbach und an Gleichen vorbei nach Mainhardt.

Die Region rund um Pfedelbach profitiert von sehr fruchtbaren Ackerböden, die sich hervorragend für den Wein- und Obstbau eignen. Im Jahre 1604 entstand der Herrenkeller, ein 70 m langes und 12 m breites Gewölbe, in dem mehrere hunderttausend Liter Wein gelagert werden konnten.

Dort befindet sich heute das sogenannte Fürstenfass, das 64.664 l fasst. Es wurde von Fürst Joseph von Hohenlohe Bartenstein im Jahre 1752 in Auftrag gegeben und 1828 letztmalig mit dem Zehntwein gefüllt, den die Untertanen ihrem Fürsten einmal im Jahr abzuliefern hatten.

Im Herzen von Pfedelbach befindet sich das gleichnamige Wasserschloss, das Graf Eberhard von Waldenburg von 1568 bis 1572 auf den Mauern einer vorhergehenden Ministerialenburg als seinen Wintersitz errichten ließ. Die charakteristischen Ecktürme weisen die Anlage erkennbar als einen Bau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts aus.

Heute beherbergt das Schloss den Bürgersaal, die ehemalige Schlosskapelle sowie zahlreiche Wohnungen. Rund um das Schloss befinden sich einige gut erhaltene historische Gebäude. Der Ortskern von Pfedelbach macht dadurch ordentlich was her.

( MITI )

Durch die Weinberge bei Pfedelbach

Durch die Weinberge bei Pfedelbach
Pfedelbach, 30. Mai 2017

Weinberge und weite Blicke in das Brettachtal oberhalb von Adolzfurt

Heute mal eine nicht ganz so lange Wanderung – habe ich mir zumindest vorgenommen. Wir folgen der Tour 8 aus dem Rother Wanderführer „Hohenlohe“ durch die Weinberge rund um Pfedelbach. Südlich des Ortes geht es zunächst stetig bergauf durch die Lohklinge, die bewaldete Schlucht des Pfedelbachs.

Wir durchqueren den kleinen Ort Buchhorn und befinden uns kurz darauf auf der Kammhöhe, Bei schönem Wetter starten von dort die Gleitschirm- und Drachenflieger mit herrlichem Blick hinunter in das Brettach- und das Ohrntal.

Wir beginnen unseren Abstieg durch die Weinberge. Am Ortsausgang von Hidden genießen wir die Aussicht über das Brettachtal zum Heimberg. Hier, wie auch an anderen Stellen der Tour, stoßen wir auf rotblühenden Klatschmohn, der in dieser so grünen Landschaft einen markanten farbigen Kontrastpunkt setzt.

Ein sonniger Höhenweg führt uns weiter durch die Weinberge oberhalb an Adolzfurt vorbei. Am Wegesrand begegnet uns ein herrenloses Weinfass, das an einem Schlauch angeschlossen ist, und in dem es verdächtig gluckert. Vorsichtig drehe ich den Hahn auf und sogleich kommt Flüssigkeit heraus. Doxi fängt sofort an zu trinken … doch es ist glücklicherweise kein Wein, sondern Wasser.

Jetzt steuern wird durch die Weinberge auf Windischenbach zu. Die vorgegebene Tour schlägt noch einen Bogen in nördlicher Richtung am Ortsrand von Öhringen vorbei zurück nach Pfedelbach.

Mittlerweile steht die Sonne hoch am Himmel und zwischen den Weinbergen ist Schatten Mangelware. Doxi ist ganz schön am hecheln. Spontan beschließe ich, die Tour ein wenig abzukürzen und den direkten Weg über Windischenbach nach Pfedelbach zu wählen.

So ersparen wir uns eine halbe Stunde in der Sonne und Doxi kann sich im Windischenbach noch ein wenig abkühlen. Dennoch sind es am Ende wieder 14 Kilometer, die wir auf dieser schönen Wanderung zurückgelegt haben.

( MITI )

Über den Bußweg zur Schönebergkirche

Über den Bußweg zur Schönebergkirche
Ellwangen, 29. Mai 2017

Die Wallfahrtkirhe „Zu Unserer Lieben Frau“ auf dem Schöneberg oberhalb von Ellwangen an der Jagst

Neben dem Schloss ob Ellwangen bildet auch die imposante Kirche auf dem Schöneberg eine weithin sichtbare Landmarke. Am Abend wandere ich mit Doxi über eine steile Lindenallee mit 15 Rosenkranzkapellen zu dem großen Kirchenbau hinauf, der auch als Wallfahrtskirche „Zu Unserer Lieben Frau“ bekannt ist.

Die Kirche gilt als ein Schmuckstück barocker Baukunst. Im Jahre 1682 wurde der Grundstein für den Bau durch den Bischof von Augsburg gelegt. Anlass war die Verschonung der Stadt Ellwangen vor einem verheerenden Brand im Jahr 1681.

Die ursprüngliche Kirche brannte jedoch selbst im Jahre 1709 nach einem Blitzschlag vollständig aus. Noch im selben Jahr begannen die Arbeiten zur Erneuerung des Bauwerks. Dieses wurde im Jahre 1729 fertiggestellt Hinter dem Gotteshaus befindet sich ein großes Tagungsgebäude, das früher durch die katholisch-theologische Fakultät der Universität Tübingen genutzt wurde.

Als einer der bedeutenden katholischen und orthodoxen Marienwallfahrtsorte der Region hat die Wallfahrt auf den Schönenberg eine lange Tradition. Besonders die jährlich stattfindende Vertriebenenwallfahrt zieht regelmäßig Tausende an. Prominente Wallfahrer und Festredner zu diesem Anlass waren unter anderem die Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl.

Bekannt ist die Kirche auch für ihre opulenten Stuckelemente im Innenraum. Leider ist die Kirche verschlossen, als ich mit Doxi den Kirchenberg erreiche. Müssen wir ein anderes Mal wiederkommen.

( MITI )

Von Ellwangen zum Espachweiher

Von Ellwangen zum Espachweiher
Ellwangen, 29. Mai 2017

Mir machen ,am Glasweiher Rast. Doxi wollte leider nicht mit ins Bild. Ihr war es zu warm 😉

Heute sollen im Südwesten Deutschlands die ersten Hitzerekorde fallen und schwere Sommergewitter folgen. Ein guter Grund, um besonders früh zu unserer Morgenwanderung aufzubrechen. Von Ellwangen an der Jagst folgen wir der 19 km langen Tour 23 aus dem Rother Wanderführer „Hohenlohe“. Der Begleittext verspricht viel schattigen Wald, naturbelassene Bäche und mehrere Seen. Genau das Richtige bei dem heißen Wetter. Kann sich Doxi immer schön im Wasser abkühlen.

Wir laufen zunächst an der Jagst entlang und wenden uns dann in Richtung des Joseftals, wo die Comboni-Missionare im Jahr 1930 ihr erstes Missionshaus in Deutschland errichtet haben. Das alte Missionshaus steht seit einigen Jahren leer und wird gerade renoviert. Auf der Anhöhe können wir schon das neue, wesentlich größere Missionshaus sehen. Zuvor kommen wir noch an einem kleinen Wildgehege mit seltenen Schafen, Ziegen und Eseln vorbei.

Bald darauf stoßen wir auf das Tal des renaturierten Sizenbachs, an dessen Ende wir zunächst die kleine Siedlung Espachweiler und dann den idyllischen Espachweiher erreichen. Nun geht es auf gut ausgebauten Waldwegen für mehrere Kilometer geradeaus. Wir kommen an Feuchtbiotopen, mäanderen Wiesenbächen und schließlich am Sägweiher vorbei.

Dann durchqueren wir das Frankenbachtal und steigen anschließend zum höchsten Punkt unserer Wanderung im Wald auf. Talwärts geht es weiter zum langgezogenen Glasweiher. Dahinter wartet das Rotenbachtal mit schönen wasserdurchfluteten Wiesen auf uns, in denen lautstark die Frösche um die Wette quaken.

Wir verlassen das große Waldgebiet und laufen über Rotenbach wieder nach Ellwangen, wo wir nach fünfeinhalb Stunden unseren Startpunkt erreichen. Im Wanderführer ist diese Wanderung als Tipp markiert, und dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Ganz bezaubernd war das. So viel Wasser – herrlich!

( MITI )

Schloss ob Ellwangen

Schloss ob Ellwangen
Ellwangen, 28. Mai 2017

Das Schloss inmitten von Streuobstwiesen

Bei der Annäherung an Ellwangen sieht man schon von weitem das Schloss, das oberhalb der Stadt inmitten von Streuobstwiesen auf einem Hügel thront. Das muss ich mir natürlich genauer ansehen. Also laufe ich am Abend mit Doxi hinauf zum „Schloss ob Ellwangen“, wie die weitläufige Anlage offiziell heißt.

Die Schlossanlage geht auf eine mittelalterliche Burg zurück, die um das Jahr 1200 von Abt Kuno I. erbaut wurde. Zum ersten Mal wurde das „castrum Ellwangen“ 1266 urkundlich erwähnt. Ab 1460 diente der Bau als Residenz und Wohnsitz, geprägt durch die weltliche Hofhaltung der zu Reichsfürsten aufgestiegenen Pröpste.

Ab den Jahren 1802/1803 machte Kurfürst Friedrich im Zuge der Säkularisation das repräsentative Gebäude zu seiner Residenz. Der zum König von Württemberg aufgestiegene Friedrich I. ließ sich einen Thronsaal einrichten und zwischen den Jahren 1803 und 1806 tagte sogar die Regierung von Neuwürttemberg im Schlossgebäude.

Heute beherbergt das Schloss mehrere Landes- und Kreisbehörden. Im Ostflügel befindet sich eine Jugendherberge sowie Wohnungen. Von der Westseite blickt man hinunter auf die Innenstadt von Ellwangen. Von der Ostseite geht der Blick über einen schönen Garten hinweg zur markanten Schönenbergkirche auf einem benachbarten Hügel. Schade, dass es schon relativ spät ist, sonst würde ich mit Doxi noch zur Schönenbergkirche  hinüberlaufen.

( MITI )