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An der Wesermündung in Bremerhaven

Bremerhaven-Skyline vom Weserdeich aus gesehen

Bremerhaven-Skyline vom Weserdeich aus gesehen

Wir haben es geschafft! In sechs Tagen haben wir uns 450 Kilometer von der Weserquelle in Hannoversch Münden bis zur Wesermündung in die Nordsee bei Bremerhaven vorgearbeitet. Weil die Weser durch Werra und Fulda gespeist wird, ist sie bereits in Hannoversch Münden ein ansehnlicher Fluss. Aber hier in Bremerhaven ist sie richtig fett!! Und bereits sichtbar den Schwankungen von Ebbe und Flut unterworfen.

Wir stehen auf dem Womo-Stellplatz an der Neuen Schleuse direkt hinter dem Weserdeich. Auf der anderen Weserseite ist Nordenham gut zu sehen. Stromaufwärts beginnt die Nordsee. Über den Deich pfeift ein strammer Wind, der das Wohnmobil fast wie ein Schiff auf dem Wasser schwanken lässt.

Bremerhaven gefällt mir ausnehmend gut. Hier gibt es wirklich viel zu sehen. Interessante Bauwerke, maritime Motive und schöne Natur, wenn man die Stadt entlang der Weser in südlicher Richtung verlässt. Wenn es nicht den halben Tag regnen würde, könnten wir es hier durchaus länger aushalten.

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Durchatmen in Hoya

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Stellplatz an der Weser in Hoya

Hoya ist eine Stadt im Landkreis Nienburg/Weser nahe der geografischen Mitte Niedersachsens. So wahnsinnig viel ist dort nicht los, aber es gibt einen schönen kostenlosen Stellplatz mit direktem Blick auf die Weser. Nach dem aufregenden Regentag in Nienburg haben wir das trockene Wetter und Ruhe an der Weser wirklich genossen.

( MITI / )

Nasses Nienburg

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Doxi beim Grasen an der Weser

Nienburg, die größte Stadt der Mittelweserregion, hat nicht nur einen süßen Womo-Stellplatz direkt an der Weser, sondern auch eine feine Saunaanlage im städtischen Schwimmbad und sogar einen Jazzclub in der sehenswerten Altstadt.

Ich habe mit Doxi einen schönen, aber nassen Tag in Nienburg verbracht. Während unseres Aufenthalts in der „Spargelstadt“ hat es innerhalb von nur vier Stunden 40 Liter Regen auf den Quadratmeter gegeben – und wir waren bei einer Wanderung an der Weser mittendrin.

So nass sind wir wirklich lange nicht mehr geworden. Sogar Doxi war es zu viel. Gut, dass wir am Stellplatz Landstrom hatten, denn so konnte ich meine Sachen am nächsten Morgen trockenföhnen 🙂

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Wir verlassen das Weserbergland

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Die Weser bei Minden. Im Hinergrund: Der Durchbruch Porta Westfalica und der Arminius.

Wir sind in Minden angekommen. Vom kostenlosen Stellplatz „Kanzlers Weide“ an der Weser blicken wir auf die imposante Porta Westfalica und den Arminius in rund fünf Kilometern Entfernung. Dort hat der Fluss in Jahrtausenden (Jahrmillionen?) eine Bresche in das Gebirge geschlagen, um in das Norddeutsche Tiefland überzugehen und seinen Weg Richtung Nordsee fortzusetzen.

Auf den Wiesen rund um den Stellplatz hat die Stadt Minden einen Parcours für Disc-Golf eingerichtet. Am Rande bekomme ich mit, wie sich einige Wohnmobilisten beswchweren, dass die Frisbees der jungen Leute auf ihren Wohnmobilen gelandet seien 🙂

Minden bildet das historisch politische Zentrum des Mindener Landes, was u. a. in den zahlreichen Verwaltungsgebäuden, teils aus Preußischer Zeit, zum Ausdruck kommt. Es macht Spaß, die Stadt zu erkunden. An beinahe jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Wir stoßen auf zahlreiche Bauten aus der Zeit der Weserrenaissance und auf den durchaus imposanten Mindener Dom.

Beeindruckend auch das Wasserstraßenkreuz im Norden der Stadt, wo der Mittellandkanal in zwei Wasserbrücken über die Weser geführt wird. Die mächtigen Tragekonstruktionen unterhalb der Wasserbrücken lassen erahnen, wie viel Last an Wasser und Schiffen diese Querungen wohl aufnehmen müssen.

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Auf nach Rinteln

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Rinteln an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen bietet einen kostenlosen Stellplatz an der Weser gegenüber der Altstadt und lockt damit viele Wohnmobilisten an. Die Stadt gehört zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln und liegt landschaftlich reizvoll im so genannten „Rintelner Becken“.

Wie wir uns bei einem ausgedehnten Spaziergag überzeugen konnten, besitzt Rinteln eine wirklich sehenswerte Fachwerk-Altstadt. Den Mittelpunkt bildet der Marktplatz mit der evangelisch-lutherischen St. Nikolai Kirche und dem Ratskeller, einem Bau aus der Zeit der Weserrenaissance.

Eigentlich wollten wir nur einen halben Samstgag dort bleiben, doch am Mittag kam ein Sommersturm auf, der erst in der Nacht zum Sonntag abflauen sollte.  Den Sturm haben wir gemütlich im Wohnmobil ausgesessen.

Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Frühe im Osten der Stadt am Fuße des Kamms des Wesergebirges zur einer schönen Wanderung aufgebrochen. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick auf die Stadt und das Wesertal.

In Folge des Sturms lagen im Wald und auf den Wanderwegen viele abgebrochene Äste. Entwurzelte oder abgebrochene Bäume sind uns jedoch nicht begegnet. So schlimm war das Sturmtief „Zeljko“ dann wohl doch nicht, obwohl es sich im Wohnmobil zweitweise durchaus so angefühlt hat.

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Beim Rattenfänger von Hameln

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Großes Wehr an der Weser

Auf unserem Weg entlang der Weser nach Rinteln haben wir heute einen halben Tag in Hameln Station gemacht. Ich war überrascht vom Ausmaß der Altstadt und der großen Zahl gut erhaltener Fachwerkbauten.

Erwartungsgemäß begegenet man hier an vielen Stellen der Sage vom Rattenfänger, der im Jahre 1248 die Kinder der Stadt entführt haben soll, nachdem man ihm den gerechten Lohn für die Ausmerzung einer Rattenplage versagt hatte.

Westlich der Altstadt passiert die Weser ein großes Wehr. Wie ich erfahre, wurde hier 1734 die erste in staatlicher Regie errichtete Weserschleuse in Betrieb genommen, die den Schiffern bei der Überwindung des berüchtigten „Hamelner Loches“ half.

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In Bodenwerder an der Weser

bodenwerder_juli_2015_21_1275x720Wir folgen weiter dem Verlauf der Weser in nördlicher Richtung und gelangen über Bad Karlshafen und Höxter nach Bodenwerder, wo wir auf einem süßen kleinen Stellplatz in Flussnähe übernachten.

Als Geburtsort und langjähriger Wohnsitz des „Lügenbarons“ Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen ist Bodenwerder auch als Münchhausenstadt  bekannt. Der ehemaliger Wohnsitz des Adligen beherbergt heute das Rathaus und innerhalb der Altstadt erinnern verschiedene Skulpturen und Gemälde an den beühmtesten Sohn der Stadt.

Am Abend packe ich mein Faltboot aus und bekomme wieder einmal die starke Strömung der Weser zu spüren: Die Strecke, die ich in knapp zwei Stunden mühevoll stromaufwärts paddele, geht es in knapp einer halben Stunde fast ohne Aufwand wieder zurück.

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Uralte Eichen im Reinhardswald

Fahrt durch den Reinhardswald

Fahrt durch den Reinhardswald

Na, das ist doch mal ein richtiger Wald hier. Westlich der Weser und angrenzend an Hannoversch Münden erstreckt sich der Reinhardswald auf einer Länge von 30 Kilometern in Richtung Norden bis hinauf nach Karlshafen. Er bildet das größte zusammenhängende Waldgebiet in Hessen und ist besonders für seine alten Eichenbestände bekannt. Jahrhundertelang wurde er von den Bauern der Umgebung als Hutewald genutzt, in dem sie ihr Vieh weiden ließen.

Mitten in diesem wunderschönen Waldgebiet liegt die Sababurg mit angeschlossenem Tierpark und direkt daneben ein Urwald, in dem die Natur sich selbst überlassen bleibt. Hier habe ich mit Doxi eine herrliche Wanderung unternommen.

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Hannoversch Münden – Hier beginnt die Weser

Blick auf Hannoversch Münden von der Tillyschanze

Blick auf Hannoversch Münden von der Tillyschanze

Erste Station unserer Weser-Tour: Hannoversch Münden, wo sich die Fulda und die Werra zur Weser vereinen. Keine 20 Kilometer nördlich von Kassel gelegen, gehörte Hannoversch Münden seit dem Mittelalter traditionell zum Einflussbereich der Hannoveraner Welfen. Heute stellt sie die südlichste Stadt von Niedersachsen dar. Im Westen, Osten und Süden grenzt sie an hessisches Gebiet.  Die Altstadt ist von hübschen mittelalterlichen Fachwerkbauten geprägt, einem Baustil, den wir auf unserer weiteren Reise entlang der Weser noch oft begegnen sollten.

Im Westen erhebt sich die sogenannte Tillyschanze über die Stadt, die an die Belagerung und Einnahme von Hannoversch Münden durch die Truppen des Generals Tilly im Dreißigjährigen Krieg erinnern soll. Der steile Aufstieg hat sich für uns durchaus gelohnt, denn von dort hatten Doxi und ich einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Weser.

In Hannoversch Münden wird an verschiedenen Stellen dem dort verstorbenen „Doktor Eisenbart“ gedacht, der durch seine Heilerfolge als Wundarzt und Starstecher zwischen 1686 und 1715 großen Ruhm erlangte.

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Am Bergpark Wilhelmshöhe

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Blick hinauf von den Kaskaden zum Herkules

Auf dem Weg zum Start unserer Weser-Tour in Hannoversch Münden haben wir heute in Kassel Station gemacht. Ich bin ja ein großer Fan von englischen Landschaftsgärten, und so musste ich mir unbedingt einmal den berühmtenn Bergpark Willhelmshöhe ansehen, der seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Mittwochs und an den Wochenenden ist hier immer wahnsinnig viel los, weil dann die berühmten Wasserspiele inklusive einer 50 Meter hohen Fontäne aktiv sind. Wir waren jedoch an einem Donnerstag da, und so konnten wir den Park in Ruhe erkunden – ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.

Der Park und die umliegenden Wälder bieten so viel, was es zu entdecken gibt, dafür hat unser dreistündiger Aufenthalt jetzt gar nicht ausgereicht. Müssen wir unbedingt wiederkommen, wenn wir das nächste Mal in Hessen sind.

( MITI / )