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Mit Doxi im Saarland, der Pfalz und am Oberen Mittelrhein

Die Lahn bei Nassau

Die Lahn bei Nassau

Zehn Tage war ich mit Doxi und dem Wohnmobil im Saarland, der Pfalz und dem Oberen Mittelrheintal unterwegs. Unsere Stationen: Trier, Saarburg, Cloef, Saarlouis, Völklingen, Saarbrücken, Kaiserslautern, Hochspeyer, Lambrecht, Neustadt a.d. Weinstraße, Eltville, Loreley und Nassau.

Wir hatten Glück mit dem Wetter und sind an den verschiedenen Standorten insgesamt mehr als 170 Km gewandert. Als wir starteten, waren die Bäume noch grün, doch während unserer Reise fing es überall an, gelb und rot zu herbsteln. Alle Beiträge und viele schöne Bilder gibt es hier.

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In Nassau an der Lahn

Brücke über die Lahn mit Blick auf die Innenstadt

Brücke über die Lahn mit Blick auf die Innenstadt

Letzte Station unserer Reise durch das Saarland, die Pfalz und das Mittelrheintal: Nassau an der Lahn. Eigentlich wollte ich von der Loreley weiter nach Braubach am Rhein, unterhalb der Marksburg gelegen. Aber der Stellplatz in Braubach war so voll, da habe ich mich einfach ein wenig treiben lassen und bin mit dem Wohnmobil in Nassau auf den Bahamas an der Lahn gelandet.

Die Stadt im Lahntal zwischen Koblenz, Bad Ems und Limburg liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route, denn die Burg Nassau ist der ursprüngliche Stammsitz der amtierenden Herrscherhäuser von Luxemburg und der Niederlande.

Die Burg oberhalb der Stadt und ihr Bergfried sind öffentlich zugänglich. Vom Turm aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und auf das Lahntal. Herrlich!

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Auf der Loreley

Blick vom Lereleyfelsen in Richtung St Goarshausen

Blick vom Loreleyfelsen in Richtung St Goarshausen

Die Loreley ist für mich ein mythischer Ort, seit ich als 15-Jähriger ein Rockkonzert mit BAP als Übertragung von der Loreley-Waldbühne im WDR-Rockpalast erlebt habe. Es war an einem Samstagabend bei uns zu Hause im Wohnzimmer, meine Eltern schliefen schon, und ich bin zum ersten Mal zu Rockmusik so richtig abgegangen. Ganz genau erinnere ich mich noch an das Gänsehautgefühl von damals und die elektrisierende Vorstellung, dass das Leben für mich jetzt so richtig losgeht.

Kaum dreißig Jahre später bin ich zum ersten Mal an diesem magischen Ort. Wolfgang Niedecken ist mittlerweile 60 und auch ich gehe auf die 50 zu. Aber egal.

Mit dem Wohnmobil stehen wir auf dem Parkplatz des Infozentrums am Loreleyfelsen 125 Meter über St. Goarshausen. Mit Doxi unternehme ich eine schöne 10 Km-Wanderung, die uns rund um das Felsplateau, den angrenzenden Wald und auch hinunter zum Rhein nach St. Goarshausen führt. Endlich geschafft!

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Rund um Schloss Vollrads

Eingang zum Weingut Schloss Vollrads

Eingang zum Weingut Schloss Vollrads

Weiter geht es am rechten Rheinufer auf der Bundesstraße 42 Richtung Norden. Wir machen in Oetrich-Winkel Halt und wandern vom Ortsrand aus durch die Weinberge hinauf zum Schloss Vollrads, das auf 160 Meter Höhe liegt.

Das hübsche Schloss mit Wohnturm, Wassergraben, Herrenhaus, Schlossgarten und Wirtschaftsgebäuden gehört seit 1997 der Sparkasse Nassau, nachdem sich der hoch verschuldete Besitzer das Leben genommen hat. Eine wirklich wunderschöne Anlage, die heute als Weingut fungiert und auf der gerade Wein abgefüllt wird, als wir dort vorbeischauen.

Wir wandern weiter durch die Weinberge zum Schloss Johannisberg und entlang des Waldrandes zurück zur unserem Startpunkt. Auch wenn das Wetter an diesem Morgen zu wünschen übriglässt, erleben wir landschaftlich eine sehr schöne Tour.

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In Eltville am Rhein

Eltville am Rhein

Eltville am Rhein

Nach unserer Tour durch das Saarland und die Pfalz bewegen wir uns langsam wieder Richtung Heimat. Heute haben wir zunächst nördlich von Wiesbaden, in Eltville auf der östlichen Rheinseite, Station gemacht.

Das hübsche Eltville ist nicht nur die größte Stadt im Hessischen Rheingau, sondern auch die Stadt mit den meisten Städtetiteln in Deutschland: Weinstadt, Sektstadt, Rosenstadt und Gutenbergstadt, das ist wirklich unübertroffen. Tatsächlich gibt es hier nicht nur jede Menge Rosen, sondern auch viele historische Sekt- und Weinbaubetriebe, darunter auch den bekannten Hersteller der Marke „MM“-Sekt. War wünschen Prosit.

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Hinauf zum Kloster Eberbach

Luftbild des Klosters Eberbach, im frühen Mittealter eines der größten und reichsten im deutschsprachigen Raum

Luftbild des Klosters Eberbach, im frühen Mittealter eines der größten und reichsten im deutschsprachigen Raum

Ich wollte ins Kloster und kam in die Klapse! Und alles nur, weil ich bei der Zieleingabe auf meinem Navi um eine Daumenbreite zu weit östlich gelandet bin. Aber das wusste ich in diesem Moment natürlich noch nicht.

Also bin ich mit Doxi, brav dem Navi folgend, zunächst von Eltville am Rhein entlang nach Erbach gewandert. Von dort ging es dem Rheinsteig folgend durch Weinberge hinauf nach Kiedrich und von dort durch die Ausläufer des Taunus zum Kloster Eberbach. Dachte ich jedenfalls.

Als wir aus dem Wald traten und auf die Rückseite des vermeintlichen Klosters zu liefen, wunderte ich mich schon: Die Gebäude ganz modern und Sportanlagen, die nach allen Seiten – auch nach oben – von Gittern eingefasst waren. Das sah so gar nicht nach einem mittelalterlichen Zisterzienserkloster aus. Auf der Vorderseite der Anlage dann die Auflösung: Ich war in der forensischen Psychiatrie Eltville gelandet, rund anderthalb Kilometer von meinem eigentlichen Ziel entfernt. Upps 🙂

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In Neustadt an der Weinstraße

Am Martplatz in der Altstadt von Neustadt a.d.W., direkt neben der Kirche

Das Scheffelhaus am Martplatz in der Altstadt von Neustadt a.d.W., direkt neben der Kirche

Wir stehen mit dem Wohnmobil in Hambach, einem Ortsteil von Neustadt an Weinstraße. Bis zum Stadtzentrum mit der Altstadt sind es rund 5 Kilomer, und mein Pedelec hat mich hingebracht 🙂 Nett ist es hier.

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Rund um das Hambacher Schloss

Das Hambacher Schloss, auch Maxburg genannt

Das Hambacher Schloss, auch Maxburg genannt, aus der Seitenansicht

Aus der Ferne, von der Autobahn aus, habe ich das imposante Bauwerk schon oft gesehen, nun war ich endlich mal vor Ort: Das Hambacher Schloss gilt wegen des Hambacher Festes von 1832 als Symbol der deutschen Demokratiebewegung.

Unten das schnuckelige Winzerdorf Hambach, Ortsteil des rheinland-pfälzischen Neustadt an der Weinstraße, oben am letzten Gebirgszug des Pfälzer Waldes, bevor die Landschaft in die Oberrheinische Tiefebene übergeht, das Schloss. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Ebene bis zum Odenwald, der sich auf der anderen Rheinseite erhebt.

Wir stehen auf dem kostenlosen Womo-Stellplatz am Freibad der Gemeinde Hambach. Von dort bin ich mit Doxi erst zum Schloss hinauf gewandert und von dort weiter durch die Ausläufer des Pfälzer Waldes zur Spitze des Nollenkopfes auf 490 Meter Höhe. Durch die Nähe zum Hambacher Schloss war hier schon deutlich mehr los als tief im Pfälzer Wald. Besonders beliebt: Der Pfälzer Weinsteig, dem auch wir ein Stück weit gefolgt sind.

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Auf den Höhen des Pfälzer Waldes

Blick vom Teufelfels hinunter nach Lambrecht

Blick vom Teufelsfels hinunter nach Lambrecht

Wir sind nach Lambrecht weitergefahren und damit noch etwas tiefer in den Pfälzer Wald vorgestoßen. Die Unterschiede zwischen Tal- und Höhenlagen sind hier noch ausgeprägter also zuvor in Hochspeyer.

Vom Talkessel aus bin ich am Morgen mit Doxi hinauf zum Teufelsfels auf der Nordseite von Lambrecht gewandert. Von dort hat man einen wunderbaren Blick hinunter auf Lambrecht im Tal.

Anschließend ging es noch etwas weiter bergaufwärts, bis auf die Spitze des Hermannkopfes in 530 Metern Höhe. Dort sind mir die ersten Bäume im bunten Kleid des Herbstes begegnet, aber viele waren es noch nicht. Zurück führte uns dann der schöne Lambertusweg zurück ins Tal.

Am Abend dann eine Wanderung auf der gegenüberliegenden Südseite von Lambrecht hinauf über den „Pfad der Tugend“ zum Stenzelberg und von dort in das hochgelegene Nonnenbachtal. Auf dem Rückweg mussten wir uns ganz schön beeilen, um nicht vollends in der Dunkelheit zu versinken, denn die Wege waren nicht einfach zu gehen. Hat gerade noch so geklappt 🙂

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Wald, Wald, Wald

Viel Holzwirtschaft gibt es im Pfälzer Wald

Viel Holzwirtschaft gibt es im Pfälzer Wald

Von Kaiserslautern, am Rand des Pfälzer Waldes, sind wir 15 Kilometer weiter südöstlich nach Hochspeyer gefahren, einem kleinen Ort mitten im Pfälzer Wald. Egal, in welche Richtung wir laufen, hier ist überall Wald – das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Einfach herrlich.

Bei einer ausgedehnten Wanderung fallen uns die Unterschiede zu unserem Heimatrevier, der Eifel, auf: Man kann hier stundenlang unterwegs sein, ohne Straßen zu kreuzen oder Menschen zu begegnen. Außerdem riecht der Wald ganz anders, viel erdiger. Und es gibt viel weniger Bäche und Flüsse, weil der Untergrund hier nicht aus undurchlässigem Schiefer beschaffen ist, wie in der Eifel, sondern aus Buntsandstein, der das Oberflächenwasser regelrecht aufsaugt. Ein toller Wald.

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Auf in die Pfalz – auf nach Kaiserslautern

Der Kaiserbrunnen in der Innenstadt spiegelt die Geschichte und den Charakter von Kaiserslautern wider.

Der Kaiserbrunnen in der Innenstadt spiegelt die Geschichte und den Charakter von Kaiserslautern wider.

Wir sind aus dem Saarland in die Pfalz übergesetzt. Unsere erste Station ist Kaiserlautern. Wir stehen auf dem Parkplatz des Sauna- und Erlebnisbads Monte Mare, rund 4 Km von der Innenstadt entfernt. Das erste, was uns auffällt, ist der Fluglärm der vierstrahligen US-Airforce-Frachtmaschinen, die im Endanflug auf den Militärflughafen Landstuhl in wenigen hundert Metern Höhe alle paar Minuten über uns hinwegdonnern. Wahnsinn, wie laut das ist. Und so geht das hier seit sechzig Jahren!

Viel Schönes gibt es in der Innenstadt von Kaiserslautern nicht zu entdecken. Hier und da ein nettes Eckchen und ein wenig Kunst, aber insgesamt wird Kaiserlautern wohl nicht unser Favorit unter den deutschen Großstädten werden. Trotzdem: Gut, einmal da dagewesen zu sein.

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Barockes Blieskastel

Das sogenannte "Schlösschen" gegenüber der Orangerie

Das sogenannte „Schlösschen“ gegenüber der Orangerie

Unsere letzte Station im Saarland: Blieskastel am Fluss Blies, Zentrum des Biosphärenreservats Bliesgau, 25 km östlich von Saarbrücken und 15 km südwestlich von Homburg gelegen.

Der historische Stadtkern mit dem Blieskasteler Rathaus ist geprägt durch das Zeitalter des Barock, aus dem auch die Hofratshäuser am Schlossberg stammen. Von diesen Hofratshäusern ist insbesondere das sogenannte „Schlösschen“ von 1776/77 sehenswert, das gegenüber der alten Orangerie liegt. Diese stellt den verbliebenen Rest des ehemaligen Schlosses Blieskastel dar, das im Verlauf der Französischen Revolution zum größten Teil zerstört wurde.

Weiter nördlich auf dem „Han“ steht das von den Franziskaner-Minoriten betreute Wallfahrtskloster Blieskastel mit der Heilig-Kreuz-Kapelle, das ein Etappenziel auf dem Jakobsweg darstellt.

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In der Hauptstadt des Saarlandes

Blick auf die Saar

Blick auf die Saar

Saarbrücken, ich hatte ja gedacht, die Stadt verdanke ihren Namen den Brücken über die Saar. Doch es ist alles ganz anders, wie ich jetzt beim Besuch in der Hauptstadt des kleinsten Bundeslandes erfahren habe.

Denn der ursprüngliche Name lautet Sarabriga und ist keltischen Ursprungs. Er bedeutet so viel wie „Flussfels“ oder „Stromfels“ und verweist auf die erste Burganlage, die auf einem Felsen an der Saar errichtet wurde. Im Laufe der Zeit wurde aus Sarabriga dann Saarbrücken.

Ich habe mit Doxi einen interessanten Tag in der Stadt verbracht. Wir sind viel rumgelaufen und haben uns eine Menge Bauten und Sehenswürdigkeiten angeschaut. Vom alten Schloss bis zum Deutsch-Französischen-Park.

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Beeindruckende Architekturfotos

Die Saarterrassen

Die Saarterrassen

Wahnsinn, wie man nüchterne Architekturfotos mit Photoshop aufpeppen kann. Hier einige Saarbrücker-Stadtmotive, fotografiert und bearbeitet von Wolfgang Staudt. Ich bin schwer beeindruckt.

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Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Blick auf die Hochöfen von der Aussichtsplattform

Blick auf einen der Hochöfen von der Aussichtsplattform

Auf diesen Besuch hatte ich mich lange schon gefreut: Die Völklinger Hütte, 1873 gegründet, 1986 stillgelegt und 1994 von der UNESCO in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit erhoben, ist ein beeindruckendes Zeugnis für mehr als 100 Jahre Industriegeschichte.

Fast vier Stunden war ich auf dem Gelände unterwegs, von den unterirdischen Lagerhallen bis hinauf zu den Aussichtsplattformen in 45 Metern Höhe. Über rund 7 Kilometer erstreckt sich der Rundweg durch das Gelände: Von der Sinteranlage, über die Erzhalle, die Möllerhalle, die Hochöfen, die Koksöfen, die Schrägaufzüge für den Kohletransport in die Hochöfen, bis zur Gebläsehalle. Alles hier ist gigantisch.

Aber nicht nur die schiere Größe der Anlage und der morbide Charme des Vergänglichen fasziniert – es ist auch die Vielzahl der Maschinen und Anlagen und das Wissen, dass hier in der Hochzeit Mitte der Sechziger Jahren 17.000 Menschen gearbeitet haben. Wirklich beeindruckend.

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