Durch die Leucht

Unterwegs in der Leucht. Links erhebt sich aus der flachen Landschaft eine Stauchmoräne, die in der Saale-Eiszeit entstanden ist.

Die Leucht ist ein etwa 12.000 ha großes Waldgebiet am linken Niederrhein zwischen dem Norden von Kamp-Lintfort und Alpen. Sie bildet den südlichen Teil der Bönninghardt, dem Niederrheinischen Höhenzug, die sich von Krefeld bis Kleve erstreckt. Hier bin ich heute mit Doxi auf einer 12 Kilometer langen Runde unterwegs.

Geologisch ist die Leucht eine Stauchmoräne aus der Saale-Eiszeit vor rund 250.000 Jahren. Typisch für diese Formation ist die steile Nord-Ost-Seite. Hier haben die Gletscher mit einer Eishöhe von bis zu 300 m Gesteine vor sich her geschoben.

Die Süd-West-Seite ist abgeflachter und besteht aus Sander. In diesem Bereich stößt man häufig auf Taleinschnitte, die von Bachläufen ausgewaschen wurden, die sich einst aus den Gletschern speisten.

Es gibt in der Leucht eine geologische Besonderheit, die sich östlich des sogenannten Leichenwegs befindet. Hier senkt sich der Boden plötzlich um ein bis anderthalb Meter ab. Diese Erscheinung verläuft über mehrere hundert Meter in nord-südlicher Richtung. Darunter verbirgt sich eine Sanddüne, die sich nach dem Rückzug der Gletscher auf dem Höhenzug abgelagert hat.

Die ältesten Hinweise auf die Besiedlung der Bönninghardt liegen im Norden der Leucht. Hier befinden sich nach dem Befund von Archäologen rund 50 Hügelgräber aus der Bronzezeit, die etwa 800 v.Chr. durch die aus dem Süden zuwandernden Nachkommen der Becherkultur angelegt wurden.

Auch Räuberbanden soll es in dieser Gegend noch bis in preußische und französische Zeit gegeben haben. Legendär ist die Geschichte des Wilhelm Brinkhoff, der als „Schinderhannes vom Niederrhein“ von der armen Landbevölkerung als Kämpfer gegen Behördenwillkür und Bevormundung bewundert wurde und sich immer wieder in der Leucht versteckte. Nach seiner Ergreifung und Verurteilung gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis, woraufhin er über die Niederlande nach Amerika auswanderte und dort als Pelzhändler zu einem gewissen Reichtum gelangte.

Doch heute muss sich hier niemand mehr vor Räubern fürchten. Ich sowieso nicht, denn schließlich habe ich ja immer meinen Schutzhund Doxi dabei … 😉

( MITI / )