Rauf auf den Puig de Santueri

Rauf auf den Puig de Santueri
Felanitx (Mallorca), 16. September 2018

Hier geh es hinauf

Im Südosten von Mallorca erhebt sich ein kleiner Bergzug mit mehreren Gipfeln aus der flachen Küstenlandschaft.

Die beiden markantesten Erhebungen sind der „Puig des Mila“ mit dem Kloster Sant Salvador (510 Meter ü.N.N.) und der Tafelberg „Puig de Santueri“ (410 Meter ü.N.N.). Auf dessen abgeflachter Spitze thront die frühmittelalterliche Festung „Castell de Santueri“, die erst seit wenigen Jahren wieder zugänglich ist. Dorthin sind wir heute hinaufgewandert.

Vom Felsplateau auf der Bergspitze hat man einen fantastischen Blick über nahezu ein Drittel der gesamten Inselfläche. Man blickt bis zur Südspitze von Mallorca und zur Insel Cabrera, zur Inselmitte mit dem Berg Randa und nach Norden in Richtung der Berge von Arta. Südlich und östlich sind an der Küste deutlich die Orte Colonia de Sant Jordi, Porto Pedro, Cala D’or, Portcolom, Calles de Mallorca und weitere Siedlungen auszumachen.

Bereits in römischer Zeit (nach 123 v. Chr.) wurde auf dem Bergrücken eine Festung errichtet. Nach der islamischen Eroberung Mallorcas durch das Emirat von Córdoba (902 n. Chr.) war der Berggipfel ebenfalls mit einer Festung gesichert. Es gab dort oben genügend Trinkwasser und sogar Ackerflächen für die Versorgung der maurischen Besatzung.

Diese leistete bei der spanischen Rückeroberung Mallorcas (Reconquista) ab 1229 durch Jakob I. von Aragon mehr als ein Jahr Widerstand, bevor die Festung fiel und nahezu vollständig geschleift wurde. Auf den Überresten dieser Höhenburg wurde im 14. Jahrhundert durch die spanische Krone eine neue Festung errichtet, die u. a. dem Schutz vor Überfällen durch Piraten und türkischen Flotten diente. Seit dem 18. Jahrhundert verfiel die Festung.

Von der aus weißem Kalkstein errichteten Kastellburg sind einige Teile wie Umfassungsmauern und Türme erhalten, die einen Eindruck von der früheren Größe der Anlage vermitteln. Wir erfreuen uns nicht nur an den tollen Ausblicken in die Landschaft, sondern auch an den zahlreichen großen Schmetterlingen, die dort oben unterwegs sind. Es ist nicht ganz einfach, die „zappeligen“ Falter mit der Kamera festzuhalten, siehe unten.

( MITI )